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Raketen-Angriff: Trump twittert zu Syrien - und ihn interessiert nur eines

Direkt nach dem Aufstehen wirft US-Präsident Donald Trump erstmal Twitter an. Statt auf die Spannungen mit Russland einzugehen, widmet er sich lieber seinem Erzfeind.

Donald Trump Syrien Twitter

Donald Trumps Interesse für den Angriff in Syrien scheint begrenzt

Picture Alliance

Seit in die Raketen herunterkamen, fragen sich viele Menschen nur eines: Kommt es nun zum Konflikt zwischen den angreifenden Nato-Staaten und Syrien-Unterstützer Russland? Vom amtierenden US-Präsidenten dürfen wir wohl keine schnelle Antwort erwarten. Schon kurz nach dem Aufstehen ließ er sich bei Twitter aus - Syrien spielt dort aber nur eine Nebenrolle.

Und zwar eine ganz kleine. Statt sich den Sorgen der Weltgemeinschaft zu widmen, ärgert sich Trump lieber über die Berichterstattung. Der Präsident hatte den Einsatz bei Twitter mit der Anmerkung "Mission Accomplished" gelobt. Die verbindet man seit seinem Amtsvorvorgänger George W. Bush aber in der Regel mit dem viel zu früh als gewonnen erklärten und dann völlig gescheiterten Irakkrieg. Entsprechend negativ wurde Trumps Tweet wahrgenommen.

 

Mehr "Mission Accomplished"

Für Trump ist die Kritik aber kein Anlass zur Reue. Im Gegenteil. Seine Erklärung für die Kritik: Der Angriff war zu perfekt - und die Medien hängten sich auf der Suche nach Kritikpunkten eben an dem Slogan auf. "Ich wusste, dass Sie darauf anspringen würden. Aber ich hatte das Gefühl, es ist ein so toller Militär-Begriff, dass wir ihn zurückbringen sollten. Oft benutzen!" schrieb er gegen acht Uhr Ortszeit bei

Davor und danach ging es mal wieder um seine Fehde mit dem ehemaligen FBI-Chef James Comey. Der hatte in einem gerade erscheinenden Buch erklärt, dass er die Untersuchung von Clintons E-Mails auch deswegen öffentlich gemacht hatte, weil er glaubte sie würde gewinnen. Für Trump kann das nur eines heißen: " [...] er wollte einen Job. Schleimbeutel!", hieß es gleich in Trumps erstem Tweet des Morgens. Dass Comey betont hatte, genau das Gleiche wieder zu tun, auch wenn dann Trump erneut gewinnen würde? Dazu gibt es keine Zeile.

Trump teilt aus

Stattdessen werden alle Verschwörungstheorien gegen Comey ausgepackt, ihm mit dem Gefängnis gedroht und Comeys Aussage geleugnet, Trump habe von ihm Loyalität gefordert. Zwischendurch beweint er dann noch kurz das Ende der Vertrauensbeziehung zwischen Anwalt und Klient. Ermittler hatten Anfang der Woche Haus und Büro von Trumps Anwalt Michael Cohen durchsucht. 

Am Ende wurde Trump dann endgültig ausfällig: "Der schleimige James Comey, ein Mann, von dem nur schlechtes kommt (er ist nicht smart!), wird als miesester FBI-Chef der Geschichte gesehen werden. Mit Abstand!" Gut, dass der US-Präsident nichts Wichtigeres zu tun hat. Eine ausgewachsene internationale Krise, zum Beispiel.

mma