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Türkischer Oppositionsführer in Deutschland Andere Töne aus der Türkei


Zwei Wochen nach dem umstrittenen Auftritt des türkischen Regierungschefs Erdogan in Köln wirbt nun dessen Gegner Kilicdaroglu in Essen um Wählerstimmen - und spricht dabei deutliche Worte.

Zwei Wochen nach dem umstrittenen Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln hat Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu in Essen um Wähler geworben. Vor 4500 Anhängern kritisierte er Erdogan vor allem wegen des #link;http://www.stern.de/panorama/grubenunglueck-in-der-tuerkei-mehr-als-230-tote-hunderte-noch-verschuettet-2110415.html;Grubenunglücks von Soma mit Hunderten Toten#. "Wir führen die Liste der Arbeitsunfälle in Europa an, stehen an dritter Stelle der Welt. Wir wollen ein Land, in dem alle satt werden, ohne zu sterben", sagte der Chef der größten Oppositionspartei CHP am Samstag.

Bei dem Unglück waren im Mai mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Erdogan hatte seinen Kritikern vor zwei Wochen in Köln vor 15.000 Anhängern vorgeworfen, das Bergwerksunglück auszunutzen, um das Volk aufzuwiegeln.

"Sind Teil Europas, nicht des Nahen Ostens"

Für die türkische Präsidentschaftswahl am 10. August können erstmals auch Türken im Ausland ihre Stimme abgeben, das sind in Deutschland knapp 1,5 Millionen Menschen. Während Kilicdaroglu nicht antritt, erwägt Erdogan, für seine Partei, die AKP, zu kandidieren. Es ist das erste Mal, dass der Präsident direkt vom Volk gewählt wird.

Kilicdaroglu machte in Essen klar, dass er - genau wie Erdogan - sein Land in der Europäischen Union sehen will: "Wir streben die Vollmitgliedschaft in der EU an. Wir sind ein Teil Europas, nicht des Nahen Ostens", sagte Kilicdaroglu. Er verlangte Freiheit für Medien und Wissenschaft in der Türkei. Der Wiederaufstieg Deutschlands nach 1945 sei auch mit Hilfe der Universitäten erreicht worden. In der Türkei seien diese aber nicht frei: "Die Wissenschaft ist unter Beschuss durch dunkle religiöse Kräfte geraten."

Mit Blick auf das Präsidentenamt sagte Kilicdaroglu, ein Kandidat müsse offen sein und auch von anderen Nationen akzeptiert werden. "Ein Präsident darf nicht spalten, sondern muss Zusammenhalt erzeugen."

mod/DPA DPA

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