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Podcast "Ukraine – die Lage" Gipfel zwischen Biden und Putin? Welche Hürden einem Treffen im Weg stehen

US-Präsident Joe Biden
US-Präsident Joe Biden (Foto) machte deutlich, dass er grundsätzlich zu einem Treffen mit Putin bereit sei, dies aber an Bedingungen geknüpft habe. "Es muss offensichtliche Zeichen geben", so die Einschätzung von Sicherheitsexperte Christian Molling.
© Patrick Semansky/AP / DPA
Ein Gipfeltreffen zwischen den Präsidenten Russlands und der USA wird es nach Einschätzung des Sicherheitsexperten Christian Mölling nur geben, wenn der russische Präsident Wladimir Putin ein deutliches Zeichen der Verhandlungsbereitschaft sendet – etwa eine Feuerpause in der Ukraine.

Ein Gipfeltreffen zwischen den Präsidenten Russlands und der USA wird es nach Einschätzung des Sicherheitsexperten Christian Mölling nur geben, wenn der russische Präsident Wladimir Putin ein deutliches Zeichen der Verhandlungsbereitschaft sendet. Mölling sagte am Freitag im stern-Podcast "Ukraine – die Lage", ein solches Zeichen könne etwa eine Feuerpause in der Ukraine sein. Er machte deutlich, dass US-Präsident Joe Biden zwar grundsätzlich zu einem Treffen mit Putin bereit sei, dies aber an Bedingungen geknüpft habe. "Es muss offensichtliche Zeichen geben", sagte Mölling. 

Die Botschaft der Amerikaner sei, dass sie grundsätzlich verhandlungsbereit seien, aber die Ukraine weiter mit Waffen unterstützen – und sogar über die Lieferung neuer und weiter reichender Systeme diskutiert werde. Die USA machten deutlich, "es gibt immer noch eine Alternative, nämlich weiter zu kämpfen". Dieser Kurs sei nach seiner Einschätzung auch mit den Ukrainern abgestimmt: "Ich würde weiterhin davon ausgehen, dass der amerikanische Präsident das rückkoppelt mit Kiew." 

Gesprächskanal zu Putin erhalten

Mölling betonte, dass es viele Gesprächskontakte zu Putin gebe; unter anderem von Bundeskanzler Olaf Scholz. Diese Gespräche seien aber keine Verhandlungen. "Ohne den Druck vom Schlachtfeld gibt es keine Entwicklung in Richtung des Endes eines Krieges", sagte Mölling. 

Russische Angriffe deuten sich an

Mölling erwartet, dass die russischen Angriffe auf die Strom- und Wasserversorgung der Ukraine bald fortgesetzt werden. Er verwies dazu auf Aufnahmen russischer Flugplätze aus dem All, auf denen große Betriebsamkeit zu erkennen ist. "Was sich da in den letzten Tagen angedeutet hat durch die Satellitenbilder, lässt erwarten, dass es irgendwann nochmal eine große Angriffswelle geben wird", sagte Mölling. Die Pause in den Angriffen habe aber den Ukrainern die Möglichkeit gegeben, sich auf diese Art der Kriegsführung besser einzustellen. Sie besorgten sich etwa kleinere Generatoren und versuchten, die Versorgung dezentraler zu organisieren. Zumindest graduell habe sich die Lage der Ukraine dadurch verbessert. Zugleich gelte für die russischen Strategie, das Land unbewohnbar zu machen: "Man fängt jetzt quasi wieder bei null an."

fs

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