Ukrainekrieg
Russischer Parlamentschef droht Kiew mit Massenvernichtungswaffen

Wjatscheslaw Wolodin, Chef der russischen Duma, sorgt für die nächste verbale Eskalation im Ukrainekrieg
Wjatscheslaw Wolodin, Chef der russischen Duma, sorgt für die nächste verbale Eskalation im Ukrainekrieg
© AP / DPA

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Das russische Säbelrasseln im Ukrainekrieg geht weiter. Nun droht der Chef der Duma mit Waffen, die „von niemandem eine Spur“ übrig ließen. Berlin bestellt den Botschafter ein.

Der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, hat den Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen die Ukraine angedroht – im Fall von Angriffen gegen die Zivilbevölkerung in Russland. „Das alles kann dazu führen, dass wir die Waffe einsetzen, die von niemandem mehr eine Spur übrig lässt“, sagte Wolodin einer Pressemitteilung des Parlaments, der Staatsduma, zufolge. Er warnte davor, es so weit kommen zu lassen.

Auslöser der neuen Drohung ist ein Drohnenangriff auf ein Wohnheim in Starobilsk im von Russland besetzten Gebiet Luhansk. Den Angaben der Besatzungsbehörden zufolge kamen bei der Attacke in der vergangenen Woche 21 Zivilisten ums Leben. Der Generalstab in Kiew wiederum teilte mit, der Angriff habe einer Drohneneinheit des russischen Militärs gegolten.

Schwere russische Angriffe als „Rachefeldzug“ für Angriffe der Ukraine

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte nach der Attacke Vergeltung angeordnet. Am Sonntag setzte das russische Militär dann bei einem Großangriff auf die Ukraine unter anderem auch die neue und wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete Mittelstreckenrakete des Typs Oreschnik ein. Insbesondere die Hauptstadt Kiew wurde dabei schwer getroffen. 

Weitere Schläge gegen Kiew sollen nach Angaben aus dem russischen Außenministerium folgen. Moskau führt auch hier zur Begründung Vergeltung für den Tod von Zivilisten in Starobilsk an. Der russische Außenminister Sergej Lawrow informierte über die möglichen Angriffe auch US-Staatssekretär Marco Rubio.

Berlin bestellt russischen Botschafter ein

Es ist nicht die erste Entgleisung Moskaus dieser Tage. Nach den Drohungen gegen Auslandsvertretungen in Kiew ist der russische Botschafter Sergej Netschajew ins Auswärtige Amt einbestellt worden. Es gebe Angriffe auf Krankenhäuser, Schulen, auf deutsche TV-Studios und Aufforderungen an ausländische Botschaften, Kiew zu verlassen, schreibt das Außenministerium auf der Plattform X zur Begründung.

„Russland setzt auf Drohen, Terror & Eskalation. Deshalb haben wir heute Russlands Botschafter einbestellt.“ Man habe der russischen Regierung deutlich gemacht, dass Deutschland sich nicht durch Drohungen einschüchtern lasse und die Ukraine weiter „kraftvoll“ unterstützen werde.

In dem vor mehr als vier Jahren von Putin begonnenen Krieg gegen die Ukraine beschießt Russland dabei bisher schon systematisch das Hinterland des Nachbarn. Immer wieder werden dabei Infrastrukturobjekte und Wohnhäuser zerstört und zahlreiche Zivilisten getötet. Auch durch die ukrainischen Gegenangriffe gibt es zunehmend Opfer in der Zivilbevölkerung in Russland.

DPA · Reuters
pgo

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