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Ultimatum: Bush stellt letztes Ultimatum an Saddam Hussein

In seiner Rede an die US-Nation forderte US-Präsident Bush Iraks Staatschef Saddam Hussein auf, das Land innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. Andernfalls werde er den Irak angreifen.

Bush gibt Saddam 48 Stunden um das Land zu verlassen

Die USA wollen ab Donnerstag mit einer Streitmacht von 250.000 Mann in Irak einmarschieren, falls Staatschef Saddam Hussein bis dahin nicht ins Exil geht. US-Präsident George W. Bush stellte der Führung in Bagdad am Montagabend ein letztes Ultimatum von 48 Stunden. Danach würden die amerikanischen Streitkräfte "zu einem Zeitpunkt unserer Wahl" einen Krieg beginnen, sagte Bush in einer Fernsehansprache aus dem Weißen Haus in Washington.

Ist der Krieg unvermeidlich?

Bush: "Der Tag Ihrer Befreiung ist nahe"

Bis zum Ende der Frist - gerechnet vom Zeitpunkt der Rede wäre das am Donnerstag 02.00 Uhr (MEZ) - müssten der irakische Staatschef Saddam Hussein und seine Söhne das Land verlassen, forderte Bush. Als Gründe für einen Krieg nannte er die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen, die er mit Terroristen teilen könnte. Das Regime in Bagdad habe der eigenen Bevölkerung eine Diktatur aufgezwungen und mehrfach zur Destabilisierung der Region beigetragen. "Der Tag Ihrer Befreiung ist nahe", sagte Bush an die irakische Bevölkerung gerichtet.

Die Soldaten der irakischen Streitkräfte rief Bush zum Verzicht auf Widerstand auf. Zugleich warnte er vor der Zerstörung von Ölquellen oder dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen.

Kritik an Vereinten Nationen

Bush warf den Vereinten Nationen vor, ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden zu sein. Der Entwurf für eine zweite Irak-Resolution mit einem UN-Mandat zum Krieg wurde am Montag zurückgezogen, weil er keine Aussicht auf eine Mehrheit hatte. Das Recht auf einen Krieg leitete der Präsident von seinem eigenen Amtseid und von früheren UN-Resolutionen ab. Darunter ist auch die UN-Resolution 1441 vom November vergangenen Jahres, die Irak mit "ernsthaften Konsequenzen" bedroht, falls die Forderungen nach Abrüstung nicht erfüllt werden.

Inspektoren und Ausländer sollen den Irak verlassen

Bush rief alle Ausländer zum sofortigen Verlassen Iraks auf. UN-Generalsekretär Kofi Annan gab den UN-Inspekteuren am Montag die Anweisung, Irak zu verlassen. UN-Chefinspekteur Hans Blix legte dem Sicherheitsrat am Montag einen weiteren Bericht vor. Darin erklärte er, offene Fragen zur Abrüstung Iraks könnten innerhalb von einigen Monaten beantwortet werden, falls Saddam Hussein mit den Vereinten Nationen kooperiere.

Terroralarm in USA auf zweithöchste Stufe gesetzt

Bush stimmte die amerikanische Öffentlichkeit auf die Möglichkeit von hohen Kosten eines Krieges ein. "In einem Krieg gibt es keine andere Sicherheit als die, dass es Opfer geben wird", sagte Bush. Auch warnte er vor terroristischen Vergeltungsanschlägen gegen amerikanische Einrichtungen im In- und Ausland. Unmittelbar vor der Ansprache Bushs wurde der Terroralarm landesweit von der Stufe "Gelb" auf "Orange" heraufgesetzt - das entspricht der zweithöchsten Alarmstufe.

Türkische Regierung berät erneut über US-Truppenstationierung

Neben rund 45.000 britischen Soldaten will auch Australien einen von den USA geführten Krieg gegen Irak mit 2.000 Mann unterstützen. Die türkische Regierung will noch einmal neu über die Stationierung amerikanischer Kampftruppen auf ihrem Gebiet entscheiden. "Unsere Regierung wird die notwendige Beurteilung vordringlich vornehmen", sagte ein Sprecher von Staatspräsident Ahmed Necdet Sezer. Das türkische Parlament hatte Anfang des Monats die geplante Stationierung von US-Kampftruppen für eine zweite Front im Norden Iraks abgelehnt.