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Ukraine-Krieg Unesco-Konferenz in Mexiko: Dutzende Delegierte verlassen aus Protest gegen Russland den Saal

Screenshot aus der Videoübertragung der Unesco-Sitzung in Mexiko: Delegierte verlassen aus Protest gegen Russland den Saal
Der Screenshot aus der Videoübertragung der Unesco-Sitzung in Mexiko zeigt, wie Delegierte aus Protest gegen Russland aus dem Saal marschieren
© Screenshot Mondiacult SC auf Youtube
Drei Tage haben rund 120 Unesco-Staaten in Mexiko über Kulturpolitik diskutiert. Am Ende der Konferenz nahmen viele von ihnen Russlands Krieg gegen die Ukraine ins Visier – mit einer gemeinsamen Erklärung und Protestaktion.

Zum Abschluss einer Unesco-Konferenz in Mexiko-Stadt haben die Vertreter zahlreicher Staaten gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine protestiert. Dutzende Delegierte verließen am Freitag (Ortszeit) vorübergehend den Saal, als der russische Vertreter das Wort ergriff. Der Boykott fand während der letzten Sitzung der von der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur einberufenen Weltkonferenz Mondiacult über Kulturpolitik und nachhaltige Entwicklung in Mexiko-Stadt statt. An der dreitägigen Veranstaltung hatten Vertreter aus rund 120 Staaten teilgenommen.

48 Unesco-Länder fordern Russlands Abzug aus der Ukraine

Der litauische Kulturminister Simonas Kairys prangerte zunächst im Namen von 48 Ländern die "ungerechtfertigte und illegale Aggression" Moskaus gegen die Ukraine an und rief Russland dazu auf, sich aus dem Nachbarland zurückzuziehen. Kairys teilte im Namen der Europäischen Union, Kanadas, der USA, Japans und anderer Staaten mit, dass die Unesco seit der russischen Invasion am 24. Februar an mindestens 193 ukrainischen Kulturstätten, darunter Museen, Bibliotheken, Kulturzentren und historische Gebäude, Beschädigungen und Plünderungen festgestellt habe.

Als der russische Delegierte Sergej Obiwalin sich zu Wort meldete und und die Kritik gegenüber dem Plenum als "inakzeptabel" zurückwies, standen Dutzende von Teilnehmern auf und gingen aus dem Sitzungssaal.

Gut sieben Monate nach Beginn der russischen Invasion hatte Moskau am Freitag vier Gebiete im Osten und Süden der Ukraine annektiert. Kremlchef Wladimir Putin unterschrieb bei einer Veranstaltung die Abkommen, mit denen die Einverleibung der besetzten Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson besiegelt wurde.

Das Unesco-Treffen, das als das größte seiner Art in den letzten 40 Jahren bezeichnet wurde, endete schließlich mit der Verabschiedung einer Erklärung durch 150 Staaten, in der sie die Kultur als "globales öffentliches Gut" bekräftigten. Die Unterzeichner forderten "eine substanzielle Regulierung des digitalen Sektors, insbesondere der großen Plattformen, zum Nutzen der kulturellen Online-Vielfalt, der geistigen Eigentumsrechte der Künstler und des fairen Zugangs zu Inhalten für alle.

Die Regierungen verpflichteten sich auch, den Kampf gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern zu verstärken, und appellierten an die Kunsthändler, keine Objekte mit unbewiesener Herkunft zum Verkauf anzubieten. Die Unesco kündigte die Einrichtung eines virtuellen Museums für gestohlene Kulturgüter in Zusammenarbeit mit Interpol an.

Quellen: Mondiacult SC auf Youtube, "Al Arabiya News"

mad

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