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US-Präsident in Berlin: Obama im deutschen Sturm

Es ist deutlich abgekühlt, das Verhältnis der Deutschen zum amerikanischen Präsidenten. US-Medien warnen bereits, dass Obama seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt.

Von Martin Knobbe, Berlin

Ein stickiger Konferenzraum im Hotel Killyhevlin, es ist spät geworden an diesem ersten Tag des G8-Gipfels. Obamas Pressesprecher hat zum Hintergrundgespräch eingeladen, es wird sein einziges sein, hier in Nordirland. Am nächsten Tag wird der amerikanische Präsident nach Berlin aufbrechen, Angela Merkel hat er auf dem Gipfel bereits getroffen.

Obamas Berater erzählen vom schwierigen Ringen um eine gemeinsame Erklärung zu Syrien, über die Stimmung, als Obama mit dem russischen Präsidenten zwei Stunden lang alleine sprach, um den Freihandelsvertrag zwischen der USA und der Eurozone, ja, sogar um Italien geht es und dessen Strategie, sich aus der wirtschaftlichen Krise zu befreien. Das Wort Deutschland aber fällt kein einziges Mal.

Deutsche wollen Antworten von Obama

Es ist ja auch kein politischer Besuch, den Barack Obama den Deutschen abstattet, es ist ein historischer. Jeder amerikanische Präsident war bislang da, und es war klar, dass Barack Obama mit dieser Tradition nicht brechen kann. Er hat sich ohnehin genug Zeit gelassen, viereinhalb Jahre. Hätte er noch länger damit gewartet, es wäre einer diplomatischen Beleidigung gleich gekommen. Einen schlechteren Zeitpunkt als diesen hätte sich Barack Obama allerdings für seine Visite kaum aussuchen können. Die Deutschen wollen von ihm keine weisen Worte über Frieden und Solidarität hören, keine Moral über Aufbruch und Wechsel, wie 2008, als Obama, damals noch als Kandidat, 200.000 Menschen vor der Siegessäule zum Jubeln brachte. Die Deutschen wollen eine Antwort hören, warum die amerikanische Regierung ihre Facebook- und E-Mail-Konten überwacht, warum Guantanamo noch immer nicht geschlossen ist, warum Obama Folter für unmoralisch, den Einsatz von Killerdrohen aber für gerechtfertigt hält.

"Belastete präsidiale Visite"

Die amerikanischen Medien sehen dieses Dilemma ihres Präsidenten durchaus: "Obama marschiert in einen deutschen Sturm", scheibt Roger Cohen, ein Kolumnist der "New York Times". Der Besuch, der eigentlich eine fröhliche Feier zum 50. Jahrestag von John F. Kennedys berühmter Rede ("Ich bin ein Berliner") werden sollte, habe sich nun in eine "belastete präsidiale Visite" verwandelt, "die nur unterstreicht wie zwei Nationen, die einst den gleichen Blick auf den gemeinsame Feind - die Sowjetunion - geteilt haben, nun unterschiedlich denken über globale Bedrohungen und die Frage, wie man Sicherheit und Freiheit in Balance hält."

Obama muss in seiner Rede aber nicht nur das Image Amerikas wieder aufpolieren, es muss ich auch an seinen historischen Vorgängern messen. An Kennedy und seiner Leidenschaft. An Ronald Reagan und seine Emotion, als er 1987 am Brandenburger Tor rief: "Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein." An Bill Clinton und seiner simplen wie starken Botschaft: "Berlin ist frei". Was also wird Obamas Botschaft sein? Wie werden ihn später die Geschichtsbücher zitieren?

Grundsatzrede ist Tradition am Brandenburger Tor

Er sei sich des historischen Zusammenhangs durchaus bewusst, sagt einer seiner Berater den mitreisenden Journalisten an Board der Air Force One. Deshalb werde der Präsident wie alle anderen die Themen Freiheit und Sicherheit ins Zentrum seiner Rede stellen. Doch er werde den Begriff der Bedrohung neu definieren. Es gebe den Feind nebenan nun nicht mehr, was sich allein daran zeige, dass Obama Richtung Osten sprechen werde, was für Ronald Reagan noch gar nicht möglich war. Aber es gebe nach wie vor die Bedrohung aus der Ferne: den Terrorismus, politische Konflikte, aber auch Phänomene wie den Klimawandel.

Obama wird eine Grundsatzrede halten, wie es die Tradition ist am Brandenburger Tor. Spannend wird sein, ob seine Worte die Deutschen noch erreichen. Schließlich stehe, so sieht es Kolumnist Cohen, nichts weniger als "amerikanische Glaubwürdigkeit" auf dem Spiel.

stern-USA-Korrespondent Martin Knobbe begleitet Barack Obama auf seiner Reise zum G8-Gipfel und nach Berlin. Sie können ihm auf Twitter (@Martin Knobbe) folgen.

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Martin Knobbe