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US-Vorwahlen: Deans Rückhalt bröckelt

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Howard Dean wartet weiterhin auf den Vorwahl-Erfolg. Doch eine der größten Gewerkschaften ist nicht mehr an seiner Seite - sie wollen jemand, der gegen Bush bestehen kann.

Eine der größten US-Gewerkschaften hat dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Howard Dean die Unterstützung entzogen. Der Amerikanische Bund der Beschäftigten bei Staat, Landkreisen und Kommunen (AFSCME) erklärte am Montag, die Aktivitäten zugunsten von Dean im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten seien eingestellt worden. Der Exgouverneur selbst wurde über den Schritt am Samstag informiert.

Priorität: Erfolg gegen Bush

AFSCME-Präsident Gerald McEntee erklärte, die oberste Priorität für die arbeitenden Familien in Amerika sei, Präsident George W. Bush bei der Wahl zu schlagen. Die Gewerkschaft werde sich zu diesem Zweck weiter für die Einigkeit der demokratischen Partei einsetzen. AFSCME-Vertreter wollten eine Unterstützung von US-Senator John Kerry nicht ausschließen. Dieser hat zehn der bisher zwölf Parteiversammlungen und Vorwahlen für sich entschieden. Dean, der noch zu Beginn des Jahres als Favorit galt, liegt mit deutlichem Abstand auf Platz zwei. Umfragen sehen Kerry auch in den Vorwahlen in Virginia und Tennessee am Dienstag und in Wisconsin am 17. Februar deutlich vor seinen Konkurrenten.

Dean kündigte unterdessen an, auch bei einer Niederlage in Wisconsin in der kommenden Woche das Rennen nicht aufgeben zu wollen. Davon hätten ihn seine zahlreichen Unterstützer überzeugt, sagte Dean am Montag. "Sie wollen nicht aufgeben, also werde ich sie nicht aufgeben."

Kerry hat schon 462 Delegiertenstimmen sicher

Sein parteiinterner Gegner, US-Senator John Kerry, hat im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur inzwischen mehr als doppelt so viele Delegiertenstimmen sicher wie Rivale Howard Dean.

Mit seinen Siegen am Wochenende summiert sich die Zahl der auf Kerry festgelegten Delegierten MSNBC zufolge auf 462. Howard Dean hat sich demnach 184 Stimmen gesichert, der drittplatzierte Bewerber, Senator John Edwards, kommt auf 116. Auf den pensionierten General Wesley Clark entfallen 82 Stimmen.

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten wird im Juli von 4322 Delegierten auf einem Parteikongress gekürt. Wie die Delegierten abstimmen, wird in einer monatelangen Serie von Vorwahlen und Urwahlen entschieden.

AP, Reuters / AP / Reuters