HOME

US-Vorwahlen: Obama setzt Siegesserie fort

Barack Obama ist nicht zu stoppen: Der Senator von Illinois hat bei den Vorwahlen in Wisconsin und Hawaii erneut über Hillary Clinton triumphiert und sich den zehnten Sieg in Folge geholt. Bei den Republikanern wurde Kriegsveteran John McCain seiner Favoritenrolle gerecht: Er siegte sowohl in Wisconsin als auch in Washington.

Barack Obama hat seinen Vorsprung im Kampf gegen Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ausgebaut. Mit Siegen am Dienstag in den Bundesstaaten Wisconsin und Hawaii entschied er nun zehn Abstimmungen in Folge für sich. Zwar kann die Senatorin aus New York ihren Kollegen aus Illinois noch einholen. Clinton steht aber jetzt unter erheblichem Druck, die nächsten Vorwahlen Anfang März in den großen Bundesstaaten Texas und Ohio zu gewinnen. Clinton und Obama müssen bei den Vorwahlen insgesamt 2025 Delegierte gewinnen, um auf dem Parteitag im Sommer zum Kandidaten ausgerufen zu werden. Wisconsin und Hawaii stellten zusammen 94 Wahlmänner, von denen nach Angaben vom Mittwochmorgen mindestens 40 an Obama und 28 an Clinton gingen. Dem Sender MSBNC zufolge lag Obama insgesamt mit 1156 Delegierten vor Clinton mit 1014. Sein Sieg auf Hawaii war erwartet worden: Obama wurde auf der Inselkette geboren.

Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung der nächsten Vorwahlrunde am 4. März, bei der allein in Texas und Ohio 334 Delegiertenstimmen zu verteilen sind. Entsprechend reisten beide Demokraten sofort nach der Abstimmung weiter. "Wir sind noch Monate und meilenweit von dem Wandel entfernt, den wir haben wollen", rief Obama 18.000 Anhängern in Houston zu. "Und wir brauchen die Hilfe der guten Bürger von Texas, um dahin zu kommen." Clinton ging in Ohio nicht auf das Ergebnis aus Wisconsin ein. "Reden genügen nicht", erklärte sie vor Anhängern in Youngtown, ein Seitenhieb auf die rhetorischen Fähigkeiten ihres Widersachers. "Wir brauchen Lösungen."

Clinton kann auf Siege hoffen

Umfragen zufolge liegt Clinton in Texas und Ohio leicht vorn. Allerdings sind die Ergebnisse aus Wisconsin kein gutes Zeichen für die Chancen der ehemaligen First Lady in Ohio, denn die Bundesstaaten sind sich in vielen Punkten ähnlich. In beiden gibt es einen großen Anteil von Arbeitern, die eigentlich als Clintons Stammwähler gelten und beide lassen Parteilose zu den Vorwahlen zu. Obama gewann jedoch in Wisconsin bei allen Einkommens- und Bildungsschichten hinzu und zog die Parteilosen auf seine Seite. Der Mann, der der erste schwarze Präsident der USA wäre, baute seine Anhängerschaft auch unter den Weißen aus. Deren Anteil ist in Wisconsin mit 90 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Bei den Republikanern hat Senator John McCain sowohl in Wisconsin als auch im US-Bundesstaat Washington die Vorwahlen gewonnen. Der Wahlprozess in Washington ist sehr speziell: Am 9. Februar hatten Demokraten und Republikaner bereits in den Caucuses gewählt; die Demokraten hatten dabei mehrheitlich für Obama votiert und damit alle Delegiertenstimmen für Washington verteilt. Die Republikaner jedoch haben am 19. Februar noch einmal in offenen Primaries abgestimmt, bei denen es um 19 Delegierte ging - die sich McCain holte.

Er nutzte die Vorwahl zu Angriffen auf Obama. McCain lag MSNBC zufolge mit 880 Delegierten vor seinem verbliebenen Rivalen Mike Huckabee mit 243. Benötigt werden bei den Republikanern 1191 Stimmen. McCain nutzte seine Auftritte, um Obama anzugreifen. "Werden wir die verwirrte Führung eines unerfahrenen Kandidaten auswählen?" fragte er seine Anhänger. Obama griff seinerseits McCain an: "Er steht für die Politik von gestern", sagte er in Houston. "Und wir wollen die Partei von morgen sein."

Die eigentliche Präsidentenwahl findet im November statt. Präsident George W. Bush darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

AP/DPA / AP / DPA