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US-Vorwahlkampf: Kerry siegt weiter

US-Senator John Kerry aus Massachusetts hat auch die Vorwahl zur demokratischen Präsidentschaftskandidatur im Bundesstaat Wisconsin gewonnen - aber nur überraschend knapp vor John Edwards.

US-Senator John Kerry aus Massachusetts hat wie erwartet auch die Vorwahl zur demokratischen Präsidentschaftskandidatur am Dienstag im Bundesstaat Wisconsin gewonnen - aber überraschend knapp. Nach Auszählung von über 80 Prozent der Stimmen lag Kerry mit 39 Prozent vor Senator John Edwards aus North Carolina mit 35 Prozent. Der Ex-Gouverneur von Vermont und einstige Hauptfavorit Howard Dean landete mit 18 Prozent abgeschlagen auf dem dritten Platz und steht endgültig vor dem Aus.

Der hoch dekorierte Vietnamkriegsveteran Kerry hat nunmehr 15 der 17 bisherigen Vorwahlen für sich entschieden, während Edwards bis jetzt nur ein Mal gewann. Auf Grund seines überraschend starken Abschneidens in Wisconsin ist es jedoch sicher, dass Edwards zumindest bis zum "Superdienstag" am 2. März im Rennen bleibt, wenn gleich in zehn Staaten gewählt wird. Darunter sind die bevölkerungsreichen und damit im Nominierungsverfahren besonders gewichtigen Staaten Kalifornien und New York. Es wird erwartet, dass der Kandidat nach diesen Mammutabstimmungen in zwei Wochen feststehen wird.

Steigt Howard Dean aus?

Offen blieb zunächst, ob Dean nach seiner erneuten Niederlage offiziell aus dem Rennen aussteigen wird. Der vehemente Kritiker der Irakkriegs wollte noch in der Nacht in seinen Heimatstaat Vermont zurückkehren, um dort die Lage zusammen mit seinen Beratern zu erörtern. In einer Rede vor Anhängern sagte er am Dienstagabend (Ortszeit), er werde weiterhin für einen Wandel in den USA kämpfen. «Wir sind noch nicht fertig», rief Dean aus. Beobachter schlossen nicht aus, dass Dean noch für kurze Zeit weiter im Kandidatenwettbewerb bleiben wird, aber nicht mehr als aktiver Bewerber, sondern um mit Hilfe seiner Basisbewegung seine linksliberalen Positionen in den Wahlkampf einzubringen.

Edwards erklärte vor jubelnden Fans, sein gutes Abschneiden zeige, dass die parteiinterne Kandidatenkür noch nicht vorbei sei und die demokratischen Wähler ihm zutrauten, bei der Wahl im November den republikanischen Präsidenten George W. Bush zu schlagen.

Ende Juli fällt die Entscheidung

Offiziell wird der Bush-Herausforderer auf einem nationalen Parteitag Ende Juli gewählt. Kerry hatte schon vor der Abstimmung in Wisconsin im Zuge der Vorwahlen über ein Viertel der zur Nominierung nötigen 2161 Delegiertenstimmen gewonnen.

DPA