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TV-Duell zu US-Wahl Joe Biden beweist erneut, warum er beim Thema Öl immer wieder ins Schleudern kommt

Sehen Sie im Video: Trump nach zweitem TV-Duell – "Ich bin die am wenigsten rassistische Person im Raum" – Twitter liefert ihm den Gegenbeweis
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Die USA sind der größte Ölproduzent der Welt, Abertausende von Jobs hängen an der Industrie. Nun wurde Joe Biden gefragt, ob er an der Ölförderung festhalte und was er antwortete, dürfe manchen seiner Wähler erschrecken - zur Freude Donald Trumps.

Hat sich Joe Biden in letzter Minute doch noch ein Ei ins Nest gelegt? Als es im letzten TV-Duell um das Thema Klimawandel ging, ließ sich der demokratische Präsidentschaftskandidat zu einer Aussage hinreißen, die sogar bei seinen eigenen Parteileuten auf Kritik stößt. Auf die Frage von Donald Trump, ob er die Ölindustrie abschaffen wolle, entgegnete der: "Ja, ich setze nicht länger auf die Ölindustrie, sie verschmutzt die Umwelt erheblich". Konkret kündigte er an, dass die Ölförderung unter seiner Präsidentschaft keine Subventionen aus Washington mehr bekommen werde.

Für den aktuellen US-Präsidenten sind solche Worte ein gefundenes Fressen, er gilt als großer Freund der Kohle- und Ölindustrie - und vor allem der damit verbundenen Jobs. Zurzeit sind die USA der größte Öl-Produzent der Welt. "Im Grunde sagt er, dass er die Ölindustrie zerstören wird", so Trump über Bidens Aussage und weiter: "Texas, wirst du dich daran erinnern? Pennsylvania, Oklahoma, Ohio, werdet ihr euch daran erinnern?" In diesen Bundesstaaten hängen Abertausende von Arbeitsplätzen an der Förderung des fossilen Brennstoffs.

Entscheidet sich die Wahl in Pennsylvania und Ohio?

Zumindest zwei der genannten Staaten könnten für den Wahlausgang am 3. November entscheidend werden: Pennsylvania und Ohio. Trump gewann 2016 dort als auch in den anderen von ihm genannten. Dieses Mal aber dürfte er zumindest in Pennsylvania verlieren. Doch die dortigen Wähler werden kaum über Bidens Worte erfreut sein, nach denen ihre Jobs in Gefahr sein könnten. Nach der TV-Debatte beeilte sich Biden deshalb zu sagen, dass er fossile Brennstoffe nicht "verbieten" oder sich "für eine lange Zeit" von ihnen entfernen würde.

Zwei seiner demokratischen Parteifreunde aber haben sich schnell gegen Bidens Äußerungen gestellt: Die Abgeordnete Xochitl Torres Small sagte auf Twitter: "Ich widerspreche dem Statement von Vizepräsident Biden, man darf eine einzige Industrie nicht dämonisieren." Ähnlich Kendra Horn aus Oklahoma: "Wir müssen für die Öl- und die Gasindustrie aufstehen."

Öl ist kein gutes Thema für Joe Biden

Beim Thema Öl kommt Joe Biden häufiger ins Rutschen. In einer Debatte während der Vorwahlen hatte er der Forderung seines damaligen Kontrahenten Bernie Sanders zugestimmt, wonach Fracking so schnell wie möglich gestoppt werden müsse. Kurz darauf sagte Biden in derselben Debatte: "Nicht mehr... kein neues Fracking." Später stellte sein Wahlkampfteam klar, dass Biden gemeint habe, neue Fracking-Vorhaben zur Erdgas-Förderung einschränken zu wollen. Mittlerweile betont Biden immer wieder, gegen ein generelles Frackingverbot zu sein. Er wolle nur keine neuen Genehmigungen dafür mehr auf Flächen im Besitz des Bundes zulassen.

Quellen: AP, DPA, Xochitl Torres Small auf Twitter, Kendra Horn auf Twitter, Gevestor.com

nik

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