US-Wahlen Clinton und Obama verlieren Konkurrenten


Dem demokratischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur in den USA, Bill Richardson, geht das Geld für den Wahlkampf aus. Unterdessen verdichten sich die Gerüchte, dass ein neuer prominenter Kandidat in den Wahlkampf einsteigt.

Der zuletzt abgeschlagene Bewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, Bill Richardson, gibt Medienberichten zufolge auf. Richardson werde seinen Rückzug wohl am Donnerstag bekannt geben, berichtete der Fernsehsender CNN am Mittwoch unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Grund hierfür sei ein Mangel an Zuspruch sowie finanziellen Mitteln.

Bei den bisherigen Vorwahlen hatte Richardson zwei Mal den vierten Platz hinter seinen Konkurrenten erzielt. Der 60-Jährige verwies im Wahlkampf auf seine politische Erfahrung im Kongress, im Kabinett von US-Präsident Bill Clinton, im Parlament von New Mexico und auf seine Zeit als Diplomat.

Dennoch konnte er nie aus dem Schatten seiner demokratischen Widersacher Hillary Rodham Clinton und Barack Obama heraustreten. Er warf seinen Parteikollegen vor, sich nicht auf einen Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak festzulegen. Bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire landete Richardson mit zwei und fünf Prozent der Stimmen abgeschlagen auf Platz vier.

Überraschungssieg für Clinton

In New Hampshire hatte die demokratische Senatorin Hillary Clinton (60) mit einem Überraschungserfolg wieder Kurs auf das Weiße Haus genommen. Die ehemalige First Lady siegte am Dienstagabend über ihren Rivalen Barack Obama (46), der noch in der Vorwoche die parteiinterne Abstimmung in Iowa für sich entschieden und in Umfragen weit vorn gelegen hatte. Bei den Republikanern gewann der Senator und Vietnamkriegsveteran John McCain (71) klar vor seinem Parteigenossen Mitt Romney.

US-Experten sagten am Mittwoch eine lange und spannende Kandidaten-Kür zwischen Clinton und dem schwarzen Senator Obama voraus. Kommentatoren sprachen vom möglicherweise spannendsten Vorwahl-Zweikampf in der US-Geschichte. Wichtigste nächste Station ist für die beiden Demokraten nun die erste Vorwahl in einem Südstaat mit einem hohen schwarzen Bevölkerungsanteil am 26. Januar in South Carolina. Die Republikaner gehen hier bereits am 19. Januar zu den Urnen. Am selben Tag halten die Parteien in Nevada interne Abstimmungen ab. Zuvor - am 15. Januar - finden Vorwahlen in Michigan statt. In Michigan ist ein Sieg von Clinton schon sicher, da Obama hier nicht antritt. Er richtete vielmehr sein Augenmerk bereits auf Nevada und South Carolina.

Bloomberg analysiert Wählerdaten

Während die Demokraten einen Kandidaten verlieren, könnte ein ganz neuer Kandidat in das Rennen einsteigen: Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat eine aufwendige Wähleranalyse in allen 50 US-Staaten in Auftrag gegeben. Bloomberg erwäge eine Kandidatur um die US-Präsidentschaft als unabhängiger Kandidat, verlautete es aus Kreisen seiner Berater. Die Datensammlung habe bereits vor Monaten begonnen. Das Ausmaß der Analyse, das der Nachrichtenagentur AP bekannt wurde, zeigt, wie ernsthaft Bloomberg eine Kandidatur in Erwägung zieht. Bisher hat der Bürgermeister auf Nachfrage nach seinen Ambitionen stets betont, er sei "kein Kandidat". Der 65-Jährige verfügt über die finanziellen Mittel für einen Wahlkampf: Das US-Magazin "Forbes" schätzte sein Vermögen auf 11,5 Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro). Andere Quellen schätzten, es könnte auch doppelt so hoch sein.

Reuters/AP/DPA AP DPA Reuters

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