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Struktur, Diktatur oder Religion?: Venezuela versinkt im Chaos - fünf Szenarien für einen Weg heraus

Schon einen Monat halten die blutigen Proteste in Venezuela an; die Lage im Land ist extrem angespannt. Wie geht es mit dem Land jetzt weiter? Fünf mögliche Szenarien im Überblick.

Schon einen Monat halten die blutigen Proteste in Venezuela an

Schon einen Monat halten die blutigen Proteste in Venezuela an

Wie könnte es in Venezuela weitergehen?

Nicolás Maduro lenkt ein

Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro hat Milizen bewaffnen lassen, nennt die Gegendemonstranten "Terroristen". Er will eine Verfassungsgebende Versammlung des Volkes - damit würde er aber vor allem Zeit gewinnen. Neuwahlen lehnt er bisher ab. Da das Militär Maduro noch stützt, ist ein Nachgeben eher unwahrscheinlich.

Die Opposition wird müde

Seit April demonstriert das Bündnis "Tisch der demokratischen Einheit", das im Parlament die Mehrheit hat. Die Volksvertretung ist aber faktisch machtlos. Nach über 30 Toten und massiven Repressionen könnte der Protest wie 2014 abflauen - doch die Situation ist aufgeheizt, auch eine Spaltung in militanten und friedlichen Protest ist möglich.

Offene Diktatur

Um einen Machtverlust zu verhindern, verschärft die Regierung weiter die Gangart und lässt Anführer der Opposition verhaften. Wie schon bei Leopoldo López 2014 könnte sie das angebliche Anstacheln zu blutigen Protesten als Vorwand nehmen. Das könnte aber Bürgerkrieg bedeuten. Frühestens Ende 2018 würde ein neuer Präsident gewählt.


Der Papst hilft

Schon in der Vergangenheit vermittelte der Vatikan, aber erfolglos - 96 Prozent der Bürger sind Katholiken. Nun macht sich Papst Franziskus für eine erneute Vermittlungsoffensive stark. Eine Lösung könnten vorgezogene Wahlen sein. Da Maduros Sozialisten in diesem Fall aber eine Niederlage fürchten müssten, scheint das unwahrscheinlich.

Andere Länder üben Druck auf Venezuela aus

Einfluss haben Verbündete wie China, Iran, Russland und Bolivien. Könnten sie Maduro zu einem Zugehen auf die Opposition bewegen, womöglich mit einer Regierung der nationalen Einheit, könnte das die Lage befrieden. Allerdings sind beide Seiten bisher nicht auf Kompromisse aus - Maduro will den Sozialismus verteidigen.
 

jen / DPA