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Vereinte Nationen: Deutschland sitzt ab 2011 im Sicherheitsrat

Deutschland rückt für zwei Jahre in den UN-Sicherheitsrat auf. Die deutsche Kandidatur bekam bereits im ersten Wahlgang die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit für einen nicht-ständigen Sitz. Die beiden anderen westlichen Bewerber - Portugal und Kanada - mussten länger zittern.

Deutschland rückt für zwei Jahre in das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen auf. In der Vollversammlung der UN, quasi das Parlament der 192 Staaten, bekam Berlin am Dienstag schon im ersten Wahlgang die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit.

Deutschland bekam 128 Stimmen - gebraucht hatte es 127. Die geheime Abstimmung war mit Spannung erwartet worden, weil es mit Kanada, Portugal und Deutschland drei Bewerber für nur zwei Sitze für westliche Staaten gab. Deutschland sahen viele zwar als Favoriten, doch die geheimen Abstimmungen der UN-Diplomaten gelten als unberechenbar.

Für drei Staaten war das Rennen schon am Nachmittag erfolgreich. Für die Plätze von Asien, Lateinamerika und Afrika gab es jeweils nur einen Kandidaten: Indien, Kolumbien und Südafrika.

Portugal und Kanada mussten in den dritten Wahlgang

Neben Deutschland wird Portugal ab dem kommenden Jahr als Vertreter der westlichen Staaten in den Sicherheitsrat sitzen. Im dritten Wahlgang bekamen die Portugiesen 150 Stimmen. Nötig waren 128. Für Kanada votierten nur noch 32 Staaten. Im ersten Wahlgang waren beide Länder mit 122 zu 114 Stimmen noch fast gleichauf gewesen.Vor vier Jahren dauerte es drei Wochen und 48 Wahlgänge bis zu einer Einigung, 1979 waren es sogar zehn Wochen und 155 Wahlgänge.

Deutschland wird in den Jahren 2011 und 2012 an dem hufeisenförmigen Tisch in New York Platz nehmen können, an dem die wichtigsten Entscheidungen innerhalb der Vereinten Nationen gefällt werden. Es hat das gleiche Stimmrecht wie die 14 anderen Staaten, allerdings nicht das Vetorecht, mit dem nur die ständigen Mitglieder USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich alle Entscheidungen blockieren können. Deshalb dringt Berlin weiter auf eine UN-Reform mit ständigen Sitzen für Deutschland, einem Vertreter aus Lateinamerika, Afrika und mehr Gewicht für Asien.

swd/DPA/AFP / DPA