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UN-Studie: Viele Migranten aus Afrika haben eine überdurchschnittlich gute Ausbildung

UN-Studie zeigt: Viele Migranten aus Afrika sind gut gebildet, haben in ihrer Heimat aber kaum Chancen auf solide bezahlte Anstellungen und hoffen in Europa auf eine bessere Zukunft.

Eine junge schwarze Frau

Migrantinnen und Migranten, die aus Afrika nach Europa kommen, sind oft überdurchschnittlich gut ausgebildet

Pexels

Eine Studie der Vereinten Nationen untersuchte jüngst die Fluchtgründe afrikanischer Migranten. Das Eregbnis: Viele sind gut gebildet, haben in ihrer Heimat aber kaum Chancen auf solide bezahlte Anstellungen und hoffen in Europa auf eine bessere Zukunft. Frauen verdienen dabei im Durchschnitt mehr Geld als Männer.

Das Gehalt in der Heimat reicht nicht aus

58 Prozent von knapp 2000 befragten Migranten aus afrikanischen Ländern hatten vor ihrer Einreise nach Europa in ihrer Heimat entweder einen Job oder gingen noch zur Schule. Im Durchschnitt seien sie mindestens drei Jahre länger ausgebildet worden als Gleichaltrige aus derselben Region. Das geht aus einem neuen Bericht des UN-Entwicklungsprogramms UNDP hervor. 

"Daraus lässt sich schließen, dass eine verstärkte Bildung den Horizont und die Ambitionen des Einzelnen erheblich erweitert hat", heißt es im Bericht. Eine Mehrheit der Berufstätigen hätte in ihrem Herkunftsland "konkurrenzfähige" Gehälter bekommen, dennoch hätten viele nicht das Gefühl gehabt, angemessen bezahlt zu werden, da sie wissen, wie gut Menschen in ähnlichen Berufen in anderen Teilen der Welt verdienen.

Die begrenzten Chancen von Menschen in Afrika ergäben sich als wichtige Gründe für die Migration, so UNDP-Chef Achim Steiner. 71 Prozent der Befragten kommen aus Westafrika, allen voran aus Nigeria und dem Senegal, die meisten sind im Alter von 20 bis 29 Jahren.

Viele kommen aus Nigeria und dem Senegal

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind im Jahr 2019 bislang rund 91.000 Migranten nach Europa gekommen – deutlich weniger als in den Vorjahren. Die meisten von ihnen kamen auf dem gefährlichen Seeweg von Libyen oder Marokko in oftmals nicht seetüchtigen Booten. Die IOM geht davon aus, dass dieses Jahr mehr als 1000 Migranten bei der Überfahrt im Mittelmeer starben.

wt / DPA
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