HOME

IS-Rückkehrer: Vom Urlaub aus zum Islamischen Staat gelockt? IS-Frauen wollen zurück nach Manchester

Der Islamische Staat löst sich auf und nun stellt sich die Frage: Was tun mit den früheren Bewohnern? Eine Channel-4-Journalistin hat drei Frauen getroffen, die angeben, im Urlaub zum IS verschleppt worden zu sein. Nun wollen sie zurück.

Britinnen Islamischer Staat Channel 4

Dem Islamischen Staat entkommen: Schabina Aslam (l.) und Alireza Sabar im Interview mit der Journalistin Jana Andert

stern

Der Islamische Staat ist nicht besiegt, aber er fällt auseinander. Tausende Kämpfer und Bewohner wurden von Kurden im Nordirak befreit, auch die Frauen der Dschihadisten fliehen aus den IS-Gebieten, darunter zahllose Europäer. Nun stellt sich die Frage: Wohin mit all den Menschen? Und was genau sind sie eigentlich? Flüchtlinge? Kriegsgefangene? Gefährder? Gar Terroristen? Was erwartet sie bei ihrer Rückkehr? Haft? Psychiatrie oder einfach nur ihre Familien? Die niederländische Journalistin Jana Andert hat in der irakisch-syrischen Grenzregion Rückkehrerinnen gesprochen - darunter auch eine Mutter und ihre zwei Töchter, die behaupten, sie seien während ihres Urlaubs beim Islamischen Staat gelandet.

Vom Bruder zum Islamischen Staat gelockt?

Vor vier Jahren hatten Safija Zajnab, 51, und ihre beiden Töchter Schabina Aslam und Alireza Sabar, 17, das heimatliche Manchester Richtung Türkei verlassen - angeblich habe sie der Bruder mit einem Urlaub gelockt. "Dann fanden wir uns in einem Auto Richtung Syrien wieder, niemand hat uns irgendwas dazu gesagt", erzählt die die 29-Jährige Aslam. Vollverschleiert mit Kind auf dem Arm, erzählt sie, dass das Leben im so genannten Kalifat fürchterlich gewesen sei. "Wir wollen jetzt zurück nach England, zurück zu unserer Familie. Ich will, dass meine Kinder ein normales Leben haben." 

Die drei Frauen behaupten, sie hätten versucht, zu entkommen - erfolglos allerdings. "Wir alle vermissen unser früheres Leben, wir vermissen die Freiheit, die Unabhängigkeit und, keine Angst haben zu müssen. Schabina Aslams Mann und Vater ihres Kindes soll vor rund einem Jahr ums Leben gekommen sein.

"Meine Frau war unglücklich mit mir"

Nach Angaben von Vater Aslam, der immer noch in Manchester lebt, hätten die ihn seine Frau und die Tochter vor vier Jahren verlassen. "Meine Frau war unglücklich mit mir", sagte er der Zeitung "Daily Telegraph". "Sie sind nicht besonders tapfer, sie sind eher weich. Ich kann mir deshalb auch nicht vorstellen, dass sie sich etwas wie dem Islamischen Staat anschließen würden." Aslam habe zudem nicht gewusst, dass sich seine Familie in Syrien aufhalten würde. "Ich dachte sie sei in Saudi-Arabien, weil Safija immer davon gesprochen hatte." 

Quellen: Channel 4, "Daily Telegraph", "The Sun", "Daily Mail

nik