Von Steinigung bedrohte Ashtiani Lula blitzt im Iran mit Asylangebot ab


Auch vom Freund aus Südamerika lässt sich der Iran nicht erweichen: Teheran hat das Asylangebot von Brasiliens Präsidenten Lula für die zum Tode verurteile Sakineh Ashtiani zurückgewiesen.

Der Iran hat das Asylangebot Brasiliens für die von der Steinigung bedrohte Iranerin Sakineh Ashtiani abgelehnt. Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast sagte am Dienstag vor Journalisten in Teheran, sobald der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva über die genauen Umstände des Falls informiert worden sei, würde sich seine Anfrage von selbst erledigen.

Lula hatte sich am Samstag höchstpersönlich in den Fall eingeschaltet, der international Aufsehen erregt. Er wandte sich direkt an den iranischen Präsidenten und bot "Freund (Mahmud) Ahmadinedschad" an, die Frau aufzunehmen, sollte ihre Anwesenheit im Iran ein Problem sein.

Lula pflegt trotz Kritik im In- und Ausland gute Beziehungen zum Iran und hat auch versucht, im Atomstreit Irans mit dem Westen zu vermitteln.

Der Iran hatte vergangenen Monat nach weltweiten Protesten die geplante Steinigung der 43-Jährigen ausgesetzt. Ihr wird Ehebruch vorgeworfen, zudem ist sie wegen Mordes an ihrem Ehemann im Jahr 2006 zum Tode verurteilt worden. Die Kinder der Verurteilten bestreiten, dass ihre Mutter sich überhaupt einer Straftat schuldig gemacht hat. Es gebe auch keinerlei Beweise für den angeblichen Ehebruch, das Urteil sei willkürlich gefällt worden. Von einem anderen Gericht war die Frau bereits zu 90 Peitschenhieben verurteilt worden.

Zum Tode Verurteilte sterben im Iran in der Regel am Galgen. Die Steinigung ist für sexuelle Vergehen vorgesehen. Zwar hat die iranische Justiz die Gerichte angesichts von internationalen Protesten angewiesen, von Steinigungsurteilen abzusehen. Vor allem in der Provinz halten sich die Richter jedoch nicht immer daran. Bei der Steinigung werden Männer bis zur Hüfte eingegraben, Frauen bis zum Hals und dann so lange mit Steinen beworfen, bis sie tot sind.

DPA DPA

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