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Westliche Botschaften geschlossen: Angst vor Anschlägen im Jemen

Im Jemen geht die Angst vor Terroranschlägen um. Die USA und Großbritannien haben ihre Botschaften geschlossen. Auch die deutsche Vertretung ist in Alarmbereitschaft.

Nach Anschlagsdrohungen und Hinweisen auf mögliche Attentatspläne des Terrornetzwerks al Kaida haben die USA und Großbritannien ihre Botschaften im Jemen vorerst geschlossen. Auch die deutsche Botschaft in Sana'a verschärfte am Sonntag nach Angaben des Außenministeriums in Berlin ihre Sicherheitsvorkehrungen. Trotz der Absicht, im Jemen eine Anti-Terror-Einheit zu forcieren, schloss Washington eine weitere Front gegen al Kaida im Jemen allerdings aus.

Es gebe Hinweise, dass al Kaida einen Anschlag auf ein Ziel in Sana'a plane, sagte der US-Regierungsberater für Innere Sicherheit und Anti-Terror-Kampf, John Brennan, dem US-Sender CNN. Da es sich bei dem Ziel um die US-Botschaft handeln könnte, würden alle Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit der Diplomaten und Bürger vor Ort zu garantieren.

Die US-Botschaft in Sana'a teilte auf ihrer Internetseite mit, der regionale al-Kaida-Ableger, al Kaida auf der Arabischen Halbinsel, habe mit Anschlägen gegen US-Einrichtungen im Jemen gedroht. Wie lange die Botschaften geschlossen bleiben sollten, ist noch unklar. Gegen die britische Botschaft gab es einem jemenitischen Vertreter in Sana'a zufolge keine direkten Drohungen.

Keine direkte Drohung gegen deutsche Botschaft

Auch gegen die deutsche Botschaft habe es keine Drohung gegeben, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. "Der Dienstbetrieb wird fortgesetzt, aber die Sicherheitsvorkehrungen werden verstärkt."

Zuvor hatten Washington und London angekündigt, den Anti-Terrorkampf im Jemen und in Somalia zu verstärken. Der britische Premier Gordon Brown erklärte, zu den mit US-Präsident Barack Obama vereinbarten Maßnahmen gehöre die gemeinsame Finanzierung einer Sondereinheit der Polizei zur Terrorabwehr im Jemen. Außerdem solle die dortige Küstenwache mehr Unterstützung erhalten.

Die US-Regierung will laut Brennan indes keine neue Front im Jemen eröffnen. Die gemeinsamen Anstrengungen Londons und Washingtons bedeuteten keine Entsendung von Truppen, sagte Brennan im US-Sender Fox News. Die USA würden aber alle notwendigen Schritte ergreifen, um US-Bürger zu schützen. Dem Sender CNN sagte Brennan, trotz der Terrorgefahr bleibe der Jemen ein Aufnahmeland für Häftlinge des Gefangenenlagers Guantánamo.

Der SPD-Außenexperte Rolf Mützenich sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", er rechne in Kürze mit einer US-Militäraktion gegen al Kaida im Jemen. Obama werde "wahrscheinlich schon in den kommenden Tagen einen Militärschlag anordnen" und dabei vor allem innenpolitischen Motiven folgen, so Mützenich. Obama hatte am Samstag erstmals direkt die al-Kaida-Organisation im Jemen für den Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug verantwortlich gemacht, der am ersten Weihnachtsfeiertag vereitelt worden war.

AFP / AFP