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Wikileaks-Ermittlungen: USA verlangen Benutzerdaten von Twitter

Die US-Regierung hat dem Internetportal Wikileaks zufolge den Kurznachrichtendienst Twitter zur Herausgabe von Benutzerdaten prominenter Wikileaks-Unterstützer aufgefordert. Auch die Daten der isländischen Parlamentsabgeordneten Birgitta Jonsdottir sollen betroffen sein.

Wikileaks teilte mit, dass die US-Justizbehörden Twitter juristisch unter Druck gesetzt hätten. Die Geheimermittlungen seien erst bekannt geworden, nachdem Twitter eine entsprechende Aufforderung des US-Außenamts öffentlich gemacht habe. Die US-Regierung habe von Twitter Nachrichten, Kontaktdaten, IP-Adressen und Benutzerdaten von Wikileaks-Chef Julian Assange und drei Unterstützern verlangt. Die Namen der Unterstützer wurden in der Erklärung nicht genannt.

Persönliche Daten der Nutzer betroffen

Die bekannte Wikileaks-Unterstützerin und isländische Parlamentsabgeordnete Birgitta Jonsdottir teilte am Samstag via Twitter mit, dass die US-Behörden den Dienst um die Herausgabe ihrer Daten ersucht hätten. Sie sei von Twitters Rechtsabteilung informiert worden, dass Twitter auf dem Rechtsweg eine Anfrage zu ihrem Account erhalten habe. Diese stamme vom US-Justizministerium, schrieb Jonsdottir, die zuletzt auf Distanz zu Assange gegangen war. Dabei gehe es nicht nur um ihre Kurznachrichten, sondern auch um ihre persönlichen Daten. Sie habe zehn Tage Zeit für juristische Gegenwehr. Wikileaks hatte in den vergangenen Monaten US-Dokumente zu den Einsätzen in Afghanistan und im Irak sowie Depeschen aus US-Botschaften in aller Welt öffentlich gemacht. Damit zog das Internetportal den Zorn der Regierung in Washington auf sich.

Kra/AFP / AFP
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