VG-Wort Pixel

Kreml-Chef reist nach Ungarn Tausende protestieren in Budapest gegen Putin-Besuch


Russlands Präsident Wladimir Putin wird in Budapest zu einem Treffen mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban erwartet. Um Energiefragen soll es gehen. Tausende protestierten im Vorfeld.

Am Vorabend einer für Dienstag geplanten Reise des russischen Staatschefs Wladimir Putin nach Budapest haben etwa 2000 Menschen in der ungarischen Hauptstadt gegen den Besuch demonstriert. Unter dem Motto "Putin nein - Europa ja" zogen sie von Osten nach Westen durch das Stadtzentrum, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Den ungarischen Regierungschef Viktor Orban kritisierten die Demonstranten für sein Vorhaben, Putin inmitten der fortdauernden Ukraine-Krise zu empfangen.

In Gesprächen mit Orban soll es vor allem um Energiefragen gehen. Offiziellen Angaben zufolge wollen die Staatschefs über eine Verlängerung des Gasliefervertrages verhandeln. Bisher sei unklar, ob die in diesem Jahr auslaufende Übereinkunft verlängert werde oder ein komplett neuer Vertrag abgeschlossen werde, sagte Putins Berater Juri Uschakow.

Will Putin Macht demonstrieren?

Ungarn hat in den vergangenen 20 Jahren den Löwenanteil seines Gases vom russischen Energieversorger Gazprom bezogen. Als der Vertrag geschlossen wurde, war der ungarische Verbrauch höher als heute. Zudem hatte Gazprom weniger Konkurrenz. Orban hat erklärt, er wolle einen neuen flexiblen Vertrag, der unter anderem die Abnahme geringerer Mengen ermögliche.

Beobachter gehen jedoch davon aus, dass Putin mit seinem Besuch vor allem demonstrieren will, dass er trotz des Ukraine-Konflikts einen Partner innerhalb der Europäischen Union und der Nato hat.

Ungarn trägt die wegen des gewaltsamen Konflikts verhängten Sanktionen gegen Russland zwar bislang mit. Der rechtskonservative Orban steht wegen eines Moskau-freundlichen Kurses allerdings in der Kritik. Gegner werfen Orban außerdem die Schikanierung von Medien und Zivilorganisationen vor.

kis/AFP/Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker