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Umstrittene Maßnahme: Warum Fußballspieler in China ihre Tattoos nicht mehr zeigen dürfen

Die strenge Zensur greift im Land der Mitte weiter um sich. Neueste Maßnahme: Chinesische Sportler dürfen im Fernsehen wohl keine Tätowierungen mehr zeigen.

Ein chinesischer Fußballspieler mit abgeklebter Tätowierung

Chinas Nationalspieler Wei Shihao verdeckt seine Tattoos (unbedeckt rechts im Bild) beim Freundschaftsspiel gegen Wales

Picture Alliance

Manche Freiheiten wurden auch in Westeuropa hart erkämpft. Wenn man keine verbotenen Symbole zeigt, darf man sich in Deutschland beispielsweise fast alles auf die Haut stechen – und das auch öffentlich zur Schau stellen. Diese Freiheit könnte in China bald Geschichte sein. Wie chinesische Medien übereinstimmend berichten, dürfen Chinas Fußball-Nationalspieler bei Länderspielen, die im TV übertragen werden, ihre Tätowierungen nämlich nicht mehr offen zur Schau stellen. Vor einigen Wochen berichtete die Zeitung The Paper schon, dass chinesische U19-Nationalspieler keine unter die Haut gestochenen Kunstwerke und sogar keine gefärbten Haare mehr zeigen dürfen. Auch in anderen Sportarten wie beim Darts scheinen Tätowierungen schon verbannt zu sein.

 

Mehr chinesische Werte in der Öffentlichkeit

Der chinesische Fußballverband hat die neue Regelung bislang noch nicht bestätigt. Beim Fußball-Länderspiel am 22. März gegen Wales mussten aber mehrere Spieler Chinas bereits ihre Tattoos unter Klebeband verstecken. Hinter der Maßnahme, die im Internet kontrovers diskutiert wird, könnte der Plan der chinesischen Regierung stehen, chinesische Werte stärker in den Vordergrund und westliche Werte zunehmend in den Hintergrund zu stellen. Der große Plan der kommunistischen Partei: mehr Sittlichkeit im Reich der Mitte. Ob das Tätowierungsverbot künftig auch für ausländische Fußballer gilt, ist noch unklar. In Chinas Fußballligen spielen immer mehr Fußballer aus Europa.

Tattoo-Verbot, HipHop-Verbot, "unnormale" Bärte-Verbot

Und das Tattoo-Verbot könnte auf das gesamte chinesische Fernsehen ausgeweitet werden, berichtet das Forbes-Magazin. Im Januar seien neue Richtlinien darüber, was im TV erlaubt und verboten ist, von der Regierung veröffentlicht worden. Nicht das erste Mal, dass die Zentralregierung seinen Bürgern das Aussehen vorschreibt. In der Vergangenheit sorgten beispielsweise ein Verbot von HipHop-Kultur im Fernsehen oder auch das Verbot "unnormaler" Bärte und von Vollverschleierung in China für Aufsehen.

Ob sich die strenge Regierung der Volksrepublik mit den neuen Verboten nicht ein Eigentor geschossen hat, wird sich zeigen. Wenn sie das Verbot konsequent durchzieht, dann müssten auch solche Bilder in der Öffentlichkeit zensiert werden.

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hh