VG-Wort Pixel

Zusammenschluss Syrische Oppositionsgruppen vereinigen sich


Nach langen Verhandlungen haben sich die zerstrittenen Gruppen der syrischen Exil-Oppositionellen auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Gemeinsam wollen sie den Kampf gegen Präsident Assad antreten.

Die US-Regierung hat den Zusammenschluss der syrischen Oppositionsgruppen im Kampf gegen Staatschef Baschar al-Assad begrüßt. Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, die Bildung der syrischen Nationalen Koalition sei ein Meilenstein auf dem Weg zum "Ende von Assads blutiger Herrschaft und zum Beginn einer friedlichen, gerechten und demokratischen Zukunft" für alle Menschen in Syrien.

"Wir werden mit der Nationalen Koalition zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere humanitäre und nicht-tödliche Unterstützung den Bedürfnissen der syrischen Menschen dient", fügte der Sprecher hinzu. Zugleich dankte er der Regierung des Golfemirats Katar für deren Unterstützung.

Auch die französische Regierung sicherte der Vereinigung der syrischen Oppositionsgruppen ihre "volle Unterstützung" zu. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius würdigte in Paris den Zusammenschluss der Opposition als "wichtigen Schritt" auf dem Weg zur Einheit der syrischen Opposition. Frankreich unterstütze diese "Koalition", damit sie eine "glaubwürdige Alternative" zur Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad sein könne.

Geistlicher als Präsident des Verbundes

In der katarischen Hauptstadt Doha hatten die syrischen Regierungsgegner am Sonntag nach einwöchigen Beratungen eine Vereinbarung zur Bildung einer Nationalen Koalition unterzeichnet. Zum Präsidenten des Verbundes wurde der gemäßigte Geistliche Scheich Ahmed Mouaz al Chatib bestimmt. Die Vereinbarung sieht auch vor, die kämpfenden Einheiten unter einem Obersten Militärrat zu vereinen. Für Gebiete in Syrien, die von den Aufständischen kontroliert werden, soll ein Nationaler Rechtsausschuss eingerichtet werden.

Nach internationaler Anerkennung der Nationalen Koalition will diese eine Provisorische Regierung bilden. Nach dem Sturz der Assad-Regierung ist die Bildung einer Übergangsregierung vorgesehen.

Die Kämpfe halten an

Derweil nahmen die syrischen Regierungstruppen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten erneut die Hauptstadt Damaskus und die Umgebung unter Beschuss. Von Artilleriefeuer betroffen seien die Region Ost-Ghuta sowie der Stadtteil Tadamun im Süden der Hauptstadt, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, die sich auf ein Netz von Aktivisten vor Ort stützt. Zudem lieferten sich Soldaten und Rebellen demnach Kämpfe im Stadtteil Al-Schuika.

Kämpfe und Bombardements durch die Armee gab es den Angaben zufolge auch in verschiedenen Teilen der Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden Syriens. Betroffen war ebenfalls die Stadt Homs im Zentrum des Landes, wo die Regierungstruppen seit zwei Wochen eine "Offensive zur Rückeroberung der Kontrolle" von Stadtteilen in Rebellenhand führen. Kämpfe und Bombardements gab es der Beobachtungsstelle zufolge in der Nacht auch an der Grenze zu Jordanien.

Seit Beginn des Konflikts zwischen Aufständischen und regierungstreuen Einheiten Mitte März 2011 wurden in Syrien nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 37.000 Menschen getötet.

AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker