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Bundestagswahl 2017 Die Gefahren der Kandidatur von Angela Merkel

Angela Merkel will noch einmal Bundeskanzlerin werden. Dies Bundestagswahl 2017 wird für sie schwerer als die von 2013 - auch, weil ihre Kandidatur mehrere Gefahren birgt.

Angela Merkel will noch einmal Kanzlerin werden. Elf Jahre im Amt eifert sie nun Helmut Kohl nach und will die 16 voll machen. "Alternativlos" wird das gerne genannt. Wer soll es auch sonst machen in der CDU? "Schlagbar", sei sie, frohlockt es aus der roten Ecke - fragt sich nur: Von wem? Diese Entscheidung vertagt die SPD auf 2017. Noch größer ist die Freude in der AfD. Merkel habe schließlich das "milliardenteure und gefährliche Einwanderungschaos verursacht". Davon wolle man profitieren. Bleibt abzuwarten, wie sehr. Was aber schon feststeht: Dieses Mal wird es schwerer für sie als 2013. Ihre Kandidatur birgt Gefahren:

Die Gefahr der Abnutzung

Wird Merkel für vier Jahre wiedergewählt, würde sie nach Ablauf dieser Zeit mit Kohl gleichziehen. 16 Jahre sind eine lange Zeit. Das musste auch Kohl letztlich einsehen. Seine letzte Amtszeit blieb vielen in eher schlechter Erinnerung. Besonders sein Votum für die Einführung des Euros, bewusst gegen eine Mehrheit im Volk, wurde im schwer angelastet. Auch Merkel würde sich mit einer neuen Amtszeit der Gefahr der Abnutzung aussetzen.

Die Gefahr des großen Drucks

Nach dem Wahlsieg von Trump und vor dem drohenden Erfolg von Le Pen in Frankreich liegen große Hoffnungen auf Merkel. Zur "letzten Verteidigerin des liberalen Westens" hebt sie gar die "New York Times". Dazu kommt die Mammutaufgabe der Integration von rund einer Million Flüchtlinge, für dessen Ankunft in Deutschland keiner so sehr steht wie sie. Der große Druck wiegt schwer auf ihren Schultern.

Die Gefahr von rechts

Seit jeher findet sich der konservative deutsche Wähler (in der Masse) in der CDU wieder. Doch mit dem Erstarken der AfD etabliert sich eine Partei rechts von CDU/CSU in der politischen Landschaft. AfD-Chefin Frauke Petry frohlockte zu Merkels Kandidatur bereits: "Damit stellt sich die Politikerin zur Wiederwahl, die das milliardenteure und gefährliche Einwanderungschaos verursacht hat und unter deren Führung die Energiewende an die Wand gefahren wurde." Zusammen mit einem etwaigen SPD-Kandidaten Martin Schulz sei es das "Traumduo der großen Koalition", das den Niedergang Deutschlands verkörpere. Die Erfolge rechter Parteien und Politiker in Europa und den USA, dazu das gute Abschneiden der AfD bei einer Landtagswahl nach der anderen: Merkel wird sich im Wahlkampf auch gegen die AfD durchsetzen müssen - und sie ist ihre liebste Zielscheibe.

Die Gefahr des Verlierens

Merkel konnte jahrelang schlicht machen, was sie wollte - ihre Umfragewerte blieben sagenhaft hoch. Doch durch ihre umstrittenen Entscheidungen in der Flüchtlingskrise hat sie schwer an Reputation eingebüßt. Und das nicht nur beim Wähler. Auch im eigenen Lager gab es heftigen Gegenwind - von der Schwesterpartei CSU ganz zu schweigen. Mit der Wahl 2017 setzt sich Merkel einem Risiko aus, das sie womöglich gar nicht mehr kennt. Sie könnte verlieren. Warum das so ist, können Sie in unserer Analyse nachlesen.

Die Gefahr des offenen Wahlkampfs

Wer den Wahlkampf 2016 in den USA zumindest mit einem Auge verfolgt hat, wird sich selbiges oft verwundert gerieben haben. Nun muss nicht jeder Trend über den großen Teich schwappen. Mit Blick auf die AfD ist aber durchaus denkbar, dass auch der deutsche Wahlkampf 2017 mit harten Bandagen geführt werden wird. Stichwort: Postfaktisches Zeitalter. Ob Merkel mit hohlen Slogans wie "Ein neues Miteinander" oder "Gemeinsam erfolgreich" (aus den Wahlkämpfen 2009/2013) gegen überhöhte Versprechungen der AfD - und seien sie noch so abwegig - punkten kann, ist zumindest fraglich.

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