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Bundesinnenminister Angriffe auf jüdische Einrichtungen: Seehofer droht harte Strafen an

Bundesinnenminister: Angriffe auf jüdische Einrichtungen: Seehofer droht harte Strafen an
Sehen Sie im Video: Bürgerkriegsähnliche Zustände in Teilen Israels nach Eskalation im Gazastreifen.




In der Nacht zu Donnerstag ist es erneut zu heftigen Luftangriffen durch die israelische Armee in Gaza gekommen. Nach israelischen Angaben wurden im Gazastreifen mehrere hochrangige Vertreter der Terrororganisation Hamas getötet. Militante Palästinenser hätten seit Anfang der Woche mehr als 1.000 Raketen abgefeuert, hieß es außerdem. Mehrere Menschen in Israel sind dabei ums Leben gekommen. Unter anderem in Lod östlich von Tel Aviv kam es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, obwohl eine Ausgangssperre verhängt worden war. Dieser Israeli berichtet, was er erlebt hat: "Ich war am Ortseingang von Lod, in einem Industriegebiet. Da kamen etwa 100 Araber auf mich zu und fragten mich, ob ich Jude oder Araber sei. Ich sagte ihnen 'Araber'. Sie hörten aber, dass ich keinen arabischen Akzent hatte und rannten auf mein Auto zu und begannen, Steine zu werfen. Ich hatte Glück, dass keine Autos hinter mir waren, so dass ich rückwärts fuhr, ich fuhr Vollgas im Rückwärtsgang. Ich bin fast in Leute und Autos gerast. Ich konnte nichts sehen. Aber ich habe dem Tod ins Auge geschaut. Wissen Sie, was der Tod ist? Das sind Leute, die mit Steinen auf einen werfen." Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde starben im Gazastreifen Dutzende Menschen, darunter auch mehrere Kinder. Auslöser der Eskalation war die drohende Zwangsräumung palästinensischer Wohnungen in Ost-Jerusalem. Auf internationaler Ebene laufen diplomatische Initiativen, um eine Feuerpause zu erreichen. Auch, wenn die Fronten extrem verhärtet scheinen. Es ist der schlimmste Konflikt in dem Gebiet seit 2014.
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Klare Ansage von Bundesinnenminister Seehofer: "Wir werden nicht tolerieren, dass auf deutschem Boden israelische Flaggen brennen", so der CSU-Politiker in einem Interview. Er kündigt hartes Durchgreifen an.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat ein hartes Durchgreifen bei Attacken auf jüdische Einrichtungen in Deutschland angekündigt. "Wir werden nicht tolerieren, dass auf deutschem Boden israelische Flaggen brennen und jüdische Einrichtungen angegriffen werden", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". "Wer antisemitischen Hass verbreitet, wird die volle Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen."

"Deutschland darf kein Rückzugsraum für Terroristen sein"

Angesichts der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der palästinensischen Hamas waren am Samstag Tausende Menschen in deutschen Städten auf die Straße gegangen, um ihre Solidarität mit den Palästinensern zu bekunden. Bei mehreren Kundgebungen kam es zu Zwischenfällen und Ausschreitungen. Schon in den Tagen zuvor hatte es in mehreren Städten antisemitische und anti-israelische Demonstrationen gegeben, bei denen auch Israel-Flaggen angezündet wurden.

Seehofer betonte: "Deutschland darf kein Rückzugsraum für Terroristen sein. Die Sicherheitsbehörden sind hellwach und tun alles, um die Menschen in unserem Land zu schützen. Jüdinnen und Juden dürfen in Deutschland nie wieder in Angst leben." Angesichts der anti-israelischen Demonstrationen bot Seehofer den Polizeien der Länder personelle und materielle Unterstützung durch den Bund an. Vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts in Israel sei weiter mit "versammlungstypischen Straftaten" zu rechnen.

Seit Tagen gibt es in Deutschland anti-israelische Proteste. In mehreren Städten wurden israelische Flaggen angezündet. Auch in anderen europäischen Städten gingen Menschen aus Solidarität mit den Palästinensern im Konflikt mit Israel auf die Straßen. Trotz internationaler Vermittlungsversuche hält die schwerste Gewalteskalation seit Jahren zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen seit Tagen an. 


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