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Anschlag auf Weihnachtsmarkt: Observiert, beurteilt, durchgerutscht - was im Fall Amri wirklich schieflief

Das Bundesjustizministerium hat eine Chronologie zum Fall Anis Amri veröffentlicht. Sie zeigt, was deutsche Sicherheitsbehörden vor dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt über ihn wussten. Doch die drängendsten Fragen beantwortet sie nicht.

Zwei Fotos von Anis Amri: links hat er eine Brille und kurze, schwarze Haare, rechts hat er keine Brille und schwarze Locken

Anis Amri auf zwei Fahndungsfotos des Bundeskriminalamtes

Anis Amri war Thema bei nicht weniger als 23 Sicherheitsbehörden und -institutionen, bevor er einen LKW auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz lenkte. Das geht aus der Chronologie "Behördenhandeln um die Person des Attentäters vom Breitscheidplatz Anis Amri" hervor, die das Bundesjustizministerium online veröffentlicht hat.

Demnach ist Amri im Oktober 2015 das erste Mal einem Zimmernachbarn in einer Flüchtlingsunterkunft in Emmerich Nordrhein-Westfalen) aufgefallen, weil er Fotos schwarz gekleideter Personen mit Kalaschnikows und Handgranaten auf seinem Handy hatte. Weil er aber unter einem seiner falschen Namen dort lebte, konnte diese Beobachtung erst Monate später Amri zugeordnet werden. Als Amris Identität im Januar 2016 geklärt war, hatten sich schon neun Sicherheitsbehörden mit ihm befasst, darunter der Bundesverfassungsschutz, das Bundeskriminalamt und der Generalbundesanwalt.

Bitte um Observierung von Anis Amri

Als das LKA Nordrhein-Westfalen Amri am 17. Februar 2016 als Gefährder einstufte, hatten ihn insgesamt schon 13 Behörden auf dem Radar. Einen Tag später reiste Amri nach Berlin. Das LKA in Nordrhein-Westfalen bat die Berliner Kollegen darum, Amri zu observieren. Doch die Bitte kam zu kurzfristig, es gab nur zu eine Personenkontrolle als Amri am Berliner ZOB aus dem Fernbus stieg. Die Beamten beschlagnahmten Amris Handy, fanden später darauf aber keine Hinweise, dass er einen Anschlag plante.

Amri pendelte anfangs zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin. Am 10. März 2016 zog Amri dann ganz nach Berlin. Nordrhein-Westfalen übergab die Zuständigkeit für Amri an Berlin. Obwohl auch das dortige LKA ihn als Gefährder einstufte, beendete es acht Tage später die Observation. Inzwischen war auch die Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Amri aufmerksam geworden, kam aber zu dem Schluss, dass es keinen ausreichenden Anfangsverdacht gab, Amri bereite einen Anschlag vor.

Neun Monate, achtzehn Behörden

Als Ende März die Ausländerbehörde Oberhausen festlegte, dass Amri auch dort wohnen muss, beeindruckte ihn das wenig. Vielleicht, weil das Dokument, in dem das vermerkt ist, auf einen seiner falschen Namen ausgestellt war. Keine zwei Wochen später zog es ihn wieder nach Berlin. Konsequenzen hatte das keine, obwohl inzwischen Amris Handy überwacht wurde und sein Aufenthaltsort damit ständig nachvollziehbar war.

Mitte April leitete die Staatsanwaltschaft Duisburg ein Verfahren gegen Amri wegen gewerbsmäßigen Betruges ein. Es war die 18. Sicherheitsbehörde, die sich mit Amri befasste - nicht einmal neun Monate nach seiner Ankunft in Deutschland.

Fehleinschätzungen oder Unvorhersehbarkeit?

Immer wieder beurteilten sie Amri als jemanden, von dem keine konkrete Bedrohung ausgeht. Er fiel eher als Kleindealer und Drogenkonsument auf. Was den Islam angeht, schwankte Amri zwischen islamistischen Standpunkten und dem Aufgeben des Fastens während des Ramadans. "Es entstand der Eindruck eines jungen Mannes, der unstet, sprunghaft und äußerst wenig gefestigt erscheint", lautete das Fazit nach fünf Monaten Telefon-Überwachung im September 2016. Trotzdem wurden einen Monat später alle Schengen-Staaten über Amri als "Foreign Fighter" (dt.: ausländischer Kämpfer, d. Red.) informiert.

Die Chronologie zeigt, dass deutsche Sicherheitsbehörden Amri schon früh auf dem Schirm hatten. Sie haben ihre Informationen auch untereinander ausgetauscht. Trotzdem ist Amri durch ihr Netz geschlüpft. Haben sie ihn falsch eingeschätzt? Oder hat sein wechselhaftes Wesen es nahezu unmöglich gemacht, den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz vorherzusehen? Diese Fragen beantwortet das Dokument nicht. Aber es sind Fragen, auf die die Sicherheitsbehörden schnellstmöglich Antworten finden sollten.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.