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Anti-Atomkraft-Demo: Happy Camping in Brokdorf

Nicht nur die AKW-Gegner haben ihre Zelte in Brokdorf aufgeschlagen. Auch die Polizei ist mit einem Camp vor Ort. Mittendrin: Marcel. Der junge Koch sorgt für die Verpflegung der Polizisten - und dafür, dass sie friedlich bleiben.

Von Manuela Pfohl, Brokdorf

Eigentlich wollten sie heute grillen im Camp der Polizei in Brokdorf. Aber der Samstag präsentiert sich mit launischem Regen-Sonne-Wind-Mix. Also hat Marcel umdisponiert. Der Koch aus Eberswalde hat das Grillfleisch und die Würstchen in die Pfannen gehauen und im Zelt gebraten. Wer will, kann dazu Backkartoffeln mit Sourcream esssen oder ganz vegetarisch beim Tofugemüse zuschlagen. Und das tun die Beamten auch, die mittags an langen Bierzelttischen sitzen. Die Stimmung im Lager ist gut, denn der Einsatz scheint ruhig zu werden. Nur ein paar hundert Meter entfernt haben die Atomkraftgegner vom Bündnis "x-tausendmal quer" die beiden Tore zum AKW Brokdorf blockiert. Vielleicht 200 Aktivisten, denen im Streitfall rund 800 Beamte gegenüberstehen. Was soll da schon passieren?

"Wenn ich nicht hier im Dienst wäre, würde ich vielleicht auch bei denen da drüben sein", meint Marcel. Denn Verständnis für die Anliegen der Atomkraftgegner hat er schon. Aber der 27-Jährige muss ja kochen und dafür sorgen, dass auch die Polizisten friedlich bleiben. "Kriegen wir schon hin", sagt er lachend. Er ist bereits ein "alter Hase", hat mehrere Großeinsätze der Polizei an der Verpflegungsfront mitgemacht und war auch beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Damals waren rund 16.000 Polizisten aus allen Bundesländern im Einsatz. Jetzt muss Marcel gerade mal rund 700 Portionen pro Mahlzeit kochen. Der Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes weiß, worauf es ankommt: "Eiweiß für die Muckis ist wichtig, Vitamine für die Kondition und natürlich was Süßes für die gute Laune." An der Zeltwand stehen zwei große Stiegen mit Orangensaft. "Happy Day" steht darauf.

"Wir sind gespannt, wie sich die Situation entwickeln wird"

Auch die Anti-AKW-Camper haben es sich längst "bequem gemacht". Auf dicken Strohsäcken sitzen sie seit ein paar Stunden vor den Toren zum Kraftwerk. Am Morgen um kurz nach neun Uhr haben sie sich in ihrem Zeltlager, das vom Polizeicamp nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt ist, auf den Weg gemacht, um die Revision des AKW zu blockieren. Ein Problem für den Kraftwerksbetreiber Eon. Denn während der Revision müssen ständig Zulieferfirmen rauf aufs Gelände und wieder runter. Und jeder Zeitverzug kostet Geld. Dabei gibt es einen besonders kritischen Zeitpunkt, den die Atomkraftgegner ausgemacht haben: den Schichtwechsel um 17 Uhr. "Bisher hat sich die Polizei zurückhaltend gezeigt. Wir sind gespannt, wie sich die Situation dann entwickeln wird und erwarten, dass die Polizei auch dann Ruhe bewahrt und verhältnismäßig reagiert", heißt es in einer Erklärung von "x-tausendmal quer".

Bis dahin allerdings gibt es auch für die Blockierer eine Mittagspause. Auch sie werden mit viel Liebe von ihrem Camp versorgt. Und auch sie sind im Großen und Ganzen "happy". Zwar sind viel weniger Unterstützer nach Brokdorf gekommen, als "x-tausendmal quer" eigentlich erwartet hatte. "Aber die, die da sind, sind toll", meint Bündnissprecherin Luise Neuman-Cosel. Tatsächlich sitzt der bunte Haufen scheinbar so locker und fröhlich zusammen, als könne nichts die gute Laune trüben. Nicht mal die Aussicht auf die Polizisten, die - noch - in einigem Abstand stehen und das Ganze beobachten. Auf Randale sind die Aktivisten jedenfalls nicht aus. Denn es gibt einen Aktionskonsens. Dazu gehört, "auf jede Gewalt zu verzichten, keine Menschen zu verletzen und die einzelnen Polizisten als Menschen zu achten, auch wenn ihr Handeln kritisierbar ist."

"So was kann auch ganz schnell umschlagen"

Klingt nicht nach Stress. Die Einsatzleitung der Polizei hat deshalb auch schon etliche Kollegen wieder nach Hause geschickt. Im Camp lichten sich die Reihen. Die grauen, weißen und kirschroten Schlafcontainer, die ordentlich in Reih und Glied stehen und eigentlich für je drei Mann ausgelegt sind, sind schon teilweise leer. Im Sanitäter-Stützpunkt hat Thomas Reichert endlich mal Gelegenheit, in Ruhe mit seinen Kollegen aus den anderen Bundesländern zu klönen. "Man sieht sich ja so selten und wenn dann Lage ist, kommt man auch zu nichts", meint der 49-jährige Polizist. Seit 30 Jahren ist er bei der Polizei und hat schon manche harte Auseinandersetzung miterlebt. Als Sanitäter gilt es dann die ramponierten Kollegen wieder zusammenzuflicken. Einsätze wie dieser hingegen sind schon fast nett. "Aber eins habe ich gelernt", sagt Reichert trotzdem, "so was kann auch ganz schnell umschlagen". Und deshalb bleiben er und seine Leute standby.

Nachmittags um kurz vor drei zeigt sich das Wetter in Brokdorf von seiner gnädigen Seite. Ein paar Beamte stehen im Polizeicamp in T-Shirts vor den Schlafcontainern, schwatzen und rauchen entspannt. Marcel macht im Küchenzelt klar Schiff. Vielleicht hat er ja abends Zeit mit den anderen eine Runde zu kickern. Einen entsprechenden Tisch gibt es jedenfalls.

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  • Manuela Pfohl