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Auschwitz: Müssen wir uns heute noch schuldig fühlen?

Diese Frage stellte der stern Historikern, Politikern und Kulturschaffenden. Die meisten sprechen von der andauernden Verantwortung der Deutschen, nur wenige von Schuld.

Gerhard Schröder, Bundeskanzler

Auschwitz ist zum Synonym für die Menschheitskatastrophe der Moderne schlechthin geworden. Zum Inbegriff für den Zivilisationsbruch. Menschliche Wesen haben diesen Ort Schritt für Schritt in eine Mordstätte verwandelt. In einen Ort unvorstellbaren Grauens, an dem kaltblütig geplant und systematisch organisiert mehr als eine Million Menschen ermordet wurden. 60 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz gilt: Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist eine bleibende Verpflichtung. Denn nur wer sich erinnert, auch wenn er keine Schuld auf sich geladen hat, kann verantwortungsbewusst mit der Geschichte umgehen. Auch wenn Erinnerung anstrengend ist, wir dürfen der Versuchung zum Vergessen oder zum Verdrängen nicht nachgeben. Vergangenheit können wir weder ungeschehen machen noch "bewältigen". Aber aus der Geschichte lernen können wir: Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen nie wieder eine Chance haben in Deutschland. Wir müssen sie entschieden bekämpfen - mit der ganzen Härte des Rechtsstaats und der überzeugten Zivilcourage der ganzen Gesellschaft. Damit die Lehre aus Auschwitz immer lebendig bleibt: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland

Schuld ist eine ganz persönliche Angelegenheit. Es kann keine Rede davon sein, dass Menschen, die während des Holocaust oder danach geboren sind, mit irgendeiner Schuld in Zusammenhang stehen. Aber dieser Personenkreis trägt dennoch eine Verantwortung. Nicht für die Vergangenheit und für das, was damals geschehen ist. Diese Menschen tragen Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft. Denn ohne die Kenntnisse dessen, was gewesen ist, kann es eine verantwortungsbewusste Zukunft nicht geben.

Heinrich August Winkler, Historiker

Schuldig geworden sind bei der Vernichtung der europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg nicht nur die Täter an der Spitze des "Dritten Reiches" und die vielen, die ihre mörderischen Weisungen in die Tat umsetzten. Schuldig geworden sind alle, die auf unterschiedliche Weise mitgewirkt haben an dem, was der Vernichtung vorausging: die Ausgrenzung und Entrechtung der Juden. In diesem Sinn sind Millionen von Deutschen schuldig geworden. Eine Schuld der Nachlebenden gibt es nicht. Aber aus der historischen Schuld ist eine bleibende Verantwortung der Deutschen erwachsen: Sie müssen sich ihrer widerspruchsvollen Geschichte stellen und Folgerungen aus dem ziehen, wohin diese Geschichte nach der Machtübertragung an Hitler geführt hat. "Die Würde des Menschen ist unantastbar": So heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes aus dem Jahr 1949. Das war damals eine Antwort auf die Erfahrungen der NS-Zeit. Es gibt keine bessere Antwort.

Halina Birenbaum, israelische Schriftstellerin und Auschwitz-Überlebende

Ein Sohn kann nicht schuldig sein, wenn der Vater ein Mörder ist. Aber auf ihm klebt ein Fleck. Ein junger Deutscher hat eine Verantwortung, nie so zu sein, wie die Verbrecher damals. Als Sohn eines Mörders muss er noch mehr als alle anderen tun, damit er zeigen kann, dass er ein ehrlicher Mensch ist, dass er nie jemanden verfolgen, nie jemanden umbringen wird. Wer stolz auf Goethe, Schiller und Beethoven ist, muss auch Schande empfinden für Hitler. Ich habe Auschwitz gesehen, jeden Tag, fast zwei Jahre lang, im Alter von 13 bis 15 Jahren. Ich habe die Züge gesehen, die die Menschen gebracht haben, und den Geruch von verbrannten Menschen immer bei mir behalten. Und doch fühle ich keinen Hass, habe auch damals keinen Hass empfunden. Hass braucht Zeit, man muss sich damit beschäftigen. Nach dem Krieg war ich nur glücklich, dass die Nazis besiegt waren. Ich beschuldige nicht, ich erzähle nur meine Geschichte. Deutsche Jugendliche fühlen sich schuldig und identifizieren sich mit meinem Leiden. Sie brauchen das Wissen, müssen lernen, brauchen die Pflicht, die Verantwortlichkeit. Die Deutschen sollen sich immer daran erinnern, was Deutsche mit den Juden gemacht haben. Es schmerzt, wenn heute Deutsche behaupten: "Das gab es nie." Wer zulässt, dass junge Neonazis wieder "Heil Hitler" brüllen, der muss sich schuldig fühlen.

Ralf Giordano, Schriftsteller Als häufig geladener Zeitzeuge und Überlebender des Holocaust bläue ich der Generation der Enkelinnen und Enkel dreierlei ein: Erstens: Ihr seid an den Nazi-Verbrechen in jeder Beziehung schuldlos - de jure, de facto, politisch, moralisch, historisch. Doch steht ihr in der Kette nationaler Geschichtsverantwortung, dass dergleichen in keiner Form wieder aufstehen und obsiegen könnte. Darum ist Erinnerung nötig, und darum stehe ich vor euch. Denn Hitler, und was der Name symbolisiert, ist zwar militärisch, nicht aber auch geistig geschlagen, immer noch nicht. Zweitens: Nicht die Opfer des Nationalsozialismus sorgen für die lang fallenden Schatten des Hakenkreuzes, es ist das Morduniversum der NS-Täterschaft, das die Erinnerung wach hält und so die These vom "Tausendjährigen Reich", wenn auch nicht im Sinne ihrer Schöpfer, wahr machen wird. Und drittens, ihr Enkelinnen und Enkel: Bewahrt euch, trotz allem, die Fähigkeit, euch zu freuen, zu lachen, zu lächeln, glücklich zu sein, zu lieben, aufeinander zuzugehen und, dies vor allem, den Humor nicht zu verlieren. Stärkere Bundesgenossen für Menschlichkeit kenne ich nicht.Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma Deutschland hat in einem langen und schwierigen Prozess die Konsequenzen aus den Menschheitsverbrechen, die im deutschen Namen begangen wurden, gezogen. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass der nationalsozialistische Völkermord an unserer Minderheit jahrzehntelang aus dem kollektiven Gedächtnis und aus der öffentlichen Erinnerung verdrängt wurde. Erst die Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma konnte einen Bewusstseinswandel einleiten. Allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass "Holocaust" auch die systematische Ermordung von 500 000 Sinti und Roma im nationalsozialistisch besetzten Europa bedeutet. Die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen stellt sich für jede Generation als Aufgabe und Herausforderung neu. Mein Eindruck ist, dass diese Geschichte von jungen Menschen nicht als Last empfunden wird, sondern vielmehr als Maßstab für unsere gemeinsame Verantwortung in der Gegenwart.

Angela Merkel, CDU-Bundesvorsitzende und Fraktionschefin Schon der frühere Bundespräsident Heuss hat deutlich gemacht, dass eine Diskussion um Kollektivschuld in die Irre führt, denn Schuld ist immer individuell. Es geht vielmehr um immer währende Verantwortung, die wir als Nation angesichts der Schrecken des Nationalsozialismus für die Zukunft tragen. Wichtig ist und bleibt deshalb das Gedenken an die Opfer und die Aufklärung über den historisch beispiellosen Mord an Millionen von Menschen. Dazu gehört auch der "Tag des Erinnerns" am 27. Januar, der an die Befreiung von Auschwitz erinnert. Mahnmale und Gedenktage verhindern als Wegmarken der Aufmerksamkeit das Vergessen. Sie ermöglichen damit der nachwachsenden Generation die Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Landes, und sie mahnen uns, dass wir uns niemals mit heutigen Erscheinungen von Antisemitismus und Extremismus abfinden. Wenn wir das annehmen, können wir unser Land zukunftsfähig gestalten.Shimon Peres, Israels Vizeministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Jede Generation trägt ihre historische Last mit sich - Gutes und Schlechtes. Die Deutschen müssen in die Zukunft schauen, doch sie müssen sich dabei erinnern und dürfen niemals ihre Vergangenheit vergessen. Die Vergangenheit ihres Volkes verpflichtet sie, so etwas nie mehr zuzulassen.Bernhard Schlink, Juraprofessor und Schriftsteller Wer im "Dritten Reich" schuldig geworden ist, indem er Unrecht getan hat oder hat geschehen lassen, bleibt schuldig - wer sollte ihm vergeben und die Schuld von ihm genommen haben? Vergeben können nur die Opfer, und wenn die Opfer tot sind, kann niemand die Schuld von den Tätern nehmen. Auch die Generation der Kinder bleibt schuldig, soweit sie dadurch schuldig geworden ist, dass sie mit der Generation der Väter nicht gebrochen hat. Die Liebe der Kinder zu ihren Eltern, die Verehrung der Lehrer, Meister, Pfarrer, Professoren, Vorgesetzten und Chefs, das Lernen von ihnen, die Dankbarkeit ihnen gegenüber und die Verbundenheit mit ihnen verstricken in deren Schuld. Für die Enkel, die ihren Großeltern kaum noch persönlich begegnen, gibt es auch die Verstrickung in deren Schuld kaum noch, und die Urenkel sind von ihr frei. Was dann noch bleibt, ist nicht mehr Schuld. Geschuldet bleiben aber die Erinnerung an die Opfer, der Respekt ihnen gegenüber und der Takt gegenüber ihren Nachfahren.Daniel Jonah Goldhagen, Historiker Deutsche, die während der Nazi-Jahre nicht an der Verfolgung der Juden oder an anderen Gräueltaten teilnahmen, sollten sich nicht schuldig fühlen, weil sie nicht schuldig sind. Das schließt selbstverständlich alle ein, die nach dem Krieg geboren wurden. Schuld ist niemals kollektiv. Aber als Mitglieder einer politischen Gemeinschaft, die moralische und juristische Verpflichtungen eingeht, sollten Deutsche die immer noch bestehende Verantwortung ihres Landes anerkennen und den Schaden reparieren, den eine frühere (populäre) Regierung und so viele ihrer Landsleute gegen Juden und andere angerichtet haben. Unter anderem bedeutet dies, im eigenen Land unermüdlich gegen Antisemitismus (der in Deutschland wieder aufflammt) zu kämpfen und im Ausland eine sichere nationale Gemeinschaft der Juden zu unterstützen.Uri Avnery, israelischer Publizist und Menschenrechtler Die Generation, die in den 30er und 40er Jahren erwachsen war, ist schuldig - egal, ob jemand Hitler gewählt oder nur nicht genügend dagegen protestiert hat. Die Nazi-Bewegung hatte von Anfang an eine verbrecherische Ideologie, obwohl keiner das Ausmaß der Verbrechen vorausahnen konnte. Wer stumm zugesehen hat, ist mitschuldig. Die Generationen danach tragen keine Schuld. Die Bibel fragt: "Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden?" und antwortet: "So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel" (Hesekiel, 18). Es ist aber gut, dass die Besten im deutschen Volke eine tiefe Verantwortung für das Geschehene fühlen. Diese Verantwortung sollte dazu führen, dass Deutsche sich gegen jede Art von Rassismus, ob gegen Juden und/oder andere gerichtet, auflehnen. Dieses Verantwortungsgefühl darf aber nicht manipuliert werden, um wieder Unrecht zu rechtfertigen, indem jede Kritik an Israel als antisemitisch delegitimiert wird. Wir Israelis sind ein Volk wie jedes andere, unser Staat ist wie jeder andere. Die Tatsache, dass er von Juden errichtet worden ist und dass Opfer des Holocaust dabei mitgewirkt haben, sollte eine berechtigte Kritik nicht verhindern. Ganz im Gegenteil. Keine Sonderbehandlung, bitte.Beate Klarsfeld, ohrfeigte 1968 Kanzler Kurt Georg Kiesinger, um spektakulär auf dessen Vergangenheit als NSDAP-Mitglied aufmerksam zu machen Ich fühle mich nicht schuldig, aber ich denke, dass meine Generation eine historische und moralische Verantwortung hat, der viele nicht gerecht geworden sind. Als Kinder der Nazis hätten wir zeigen müssen, dass es ein neues Deutschland gibt. Zwei Drittel der Juden auf Erden wurden von Deutschen vernichtet; es ist unsere Pflicht, alles dafür zu tun, dass sich so etwas nie wiederholt. Ich persönlich habe mir da nichts vorzuwerfen, ich habe mein Leben lang gegen NS-Verbrecher und Antisemitismus gekämpft. Das liegt sicher auch daran, dass ich 1960 nach Frankreich gegangen bin, wo ich meinen Mann Serge kennen gelernt habe. Sein Vater war in Auschwitz ermordet worden, mein Vater war in der Wehrmacht gewesen. Dadurch bekam ich endlich den Geschichtsunterricht, von dem im Nachkriegsdeutschland nicht die Rede sein konnte. Dort lebten die NS-Verbrecher in Freiheit, und Hunderte von alten Nazis saßen in leitenden Funktionen. Das änderte sich erst durch die 68er, doch die wurden dann sehr schnell extrem Israel-feindlich. Und mein ehemaliger Verteidiger Horst Mahler ist heute Neonazi.

Michael Wolffsohn, Historiker Nur Dummköpfe haben "die" Deutschen der "Kollektivschuld" bezichtigt, denn jede Schuld ist nur individuell. Zu viele einzelne Deutsche waren an Holocaust und Auschwitz schuldig – aber nicht "die" Deutschen. Die Zuweisung einer deutschen Kollektivschuld spukt in zu vielen deutschen Köpfen. Wie im Geschäftsleben haftet jede Gesellschaft heute und morgen für die Schuld von gestern, ohne dass jeder Gesellschafter individuell schuldig wäre. Nicht zuletzt verantwortungsbewusste Juden haben diesem Gedanken gemäß gehandelt.Ariel Eldad, Israelischer Abgeordneter Ja, es gibt Dinge, die nicht aus der Geschichte gelöscht werden können. Deutschland unternimmt große Anstrengungen, um die Opfer zu entschädigen und Israel zu stärken. Als Mitglied der Knesset bin ich mir dessen bewusst. Gleichzeitig kann Deutschland niemals vergeben werden, was es den Juden angetan hat. Es ist möglich, gleichzeitig zu lieben und zu hassen, dankbar zu sein und doch nicht zu vergeben.Jutta Limbach, Präsidentin der Goethe-Institute Die Generation der Kinder und Kindeskinder muss sich nicht schuldig, aber noch heute verantwortlich dafür fühlen, dass sich Auschwitz nicht wiederholt. Die Fragen: Wie konnte der Mord an den Juden geschehen? Warum hat niemand Einhalt geboten? Sie lassen sich nicht schlicht mit dem Hinweis auf den Missbrauch staatlicher Gewalt durch die Nationalsozialisten beantworten. Auch die Gleichgültigkeit und der Untertanengeist vieler Deutscher haben dem nationalsozialistischen Unrechtssystem den Weg geebnet. Die Verantwortung für und die Erinnerung an Auschwitz wird ein wichtiges Element der politischen Kultur der Bundesrepublik bleiben. Sie fordert die Deutschen in besonderem Maße zur Wachsamkeit und zu einer Politik der Menschenwürde heraus.Dr. Efraim Zuroff, Direktor des Simon Wiesenthal Center in Israel Ehrlich gesagt glaube ich nicht an die tilgende Kraft der Schuld. Obwohl sie manchmal zu guten Taten motivieren kann, wird das verbesserte Verhalten oft von einer Abneigung begleitet und steht daher in einem sehr fragwürdigen Licht. Und was noch schlimmer ist: Meist fühlen sich nicht diejenigen schuldig, die Schuld auf sich geladen haben. Vielmehr sind es die Menschen mit moralischer Integrität, die die Verantwortung mittragen für Verbrechen, die sie nicht verhindern konnten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade die größten Verbrecher des Holocausts das Gefühl der Schuld nicht kennen. Im Gegenteil: Es sind gerade die Menschen, die sich aufrichtig schuldig fühlen, die historisch gesehen die geringste Schuld tragen. Ich glaube, dass die Europäer (denn der Holocaust war eine europäische Tragödie und keine deutsche oder österreichische – auch wenn die Deutschen und Österreicher sicherlich eine einmalig verderbliche Rolle spielten) heute gemeinsam die Verantwortung tragen sollten für das Bestehen des jüdischen Volkes, seine Kultur und Herkunft. Am besten gewährleisten kann dies natürlich der Staat Israel, der in vielerlei Hinsicht die einzig wahre Antwort ist auf den Versuch, das Judentum aus dieser Welt zu löschen. Ich fürchte, dass Europa sich dieser Verantwortung noch immer nicht bewusst ist. Zum Teil mag das daran liegen, dass Israel der einzige Staat der Vereinten Nationen ist, dessen Existenz auch 50 Jahre nach seiner Gründung noch in der Schwebe zu liegen scheint...Volker Schlöndorff, Regisseur Schuldig als Deutsche nicht, schuldig als Menschen ja: Dass wir, einfach als Menschen, zu so etwas fähig sind. Und dass wir als Menschen durch Gleichgültigkeit, Angst und Egoismus es immer wieder möglich machen. Ansonsten ist diese Vernichtungsaktion so unbegreiflich in ihrer Dimension wie in ihrer bürokratisch-industriellen Organisation, dass sie für immer auf der Menschheitsgeschichte lasten wird - unvergleichbar mit allen Gräueln und Barbareien, die wir uns sonst angetan haben. Deshalb sollten wir die Erinnerung daran ebenso wachhalten wie an die biblische Sintflut. Aber nicht als eine Legende oder als ein Schlagwort (Keule), sondern gestützt auf die Kenntnis der historischen Tatsachen, die jeder in unserer Kultur erlernen sollte wie das Abc der menschlichen Natur.Avner Shalev, Direktor der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Die Erinnerung an den Holocaust ist keine Frage der Schuld: Vielmehr trägt diese Generation, wie auch künftige, die Verantwortung, sich mit dem Holocaust zu konfrontieren und umfassend auseinanderzusetzen. Eine intakte Gesellschaft muss sich sowohl auf individueller wie auch auf nationaler Ebene mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Heute ist es wichtiger denn je, das Wissen über den Holocaust zu erweitern und vertiefen – nicht nur die Fakten, sondern auch die individuelle, moralische und ethische Wunde, die diese Periode der Menschheit hinterlassen hat. Eine bleibende Erinnerung kann nur durch Wissen und Erziehung am Leben erhalten werden, nur so kann ein Mensch eine Verbindung zu seiner Herkunft herstellen und sie zu einem Teil seiner Identität werden lassen.Asher Ben Nathan, Israels erster Botschafter in Deutschland Jeder Mensch hat eine moralische Verpflichtung seiner Geschichte gegenüber, der Geschichte seines Landes. Eine kollektive Schuld aber gibt es nicht. Nur der Verbrecher selbst ist auch persönlich verantwortlich.Danny Naveh, Israels Gesundheitsminister Die heutige Generation muss die Erinnerung an den Holocaust bewahren und behüten - um ihretwillen und um der Vergangenheit Rechnung zu tragen. Aber natürlich muss sich kein Deutscher schuldig fühlen, der nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde - das gilt auch für diejenigen, die die Nazis während dieser schrecklichen Zeit nicht unterstützt haben.Hans-Ulrich Wehler, Historiker Nein! Das wäre verhängnisvoll. Es gibt keine Kollektivschuld. Sie wäre eine Zumutung an die nach 1940 Geborenen, die von der Seele gar nicht abgenommen werden kann. Es geht darum, sich dem Problem zu stellen, die Bürde zu tragen, sich einer Verantwortung zu stellen und nicht um Schuldgefühle. Genauso ein Unsinn ist das Gerede von Außenminister Joschka Fischer über Auschwitz als Gründungsmythos der neuen Berliner Republik. Auf einen Massenmord lässt sich keine Republik fundieren. Und kein Staat auf ein Staatsverbrechen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(