HOME

Baden-Württemberg: Özdemir und Mappus im Clinch

Schlammschlacht in Baden-Württemberg: Grünen-Parteichef Cem Ödzdemir und Ministerpräsident Stefan Mappus fetzen sich. Der Ministerpräsident hatte in einem Interview vor einem Regierungschef Özdemir in Stuttgart gewarnt. In den Augen des Grünen bedient er damit "ausländerfeindlicher Ressentiments".

Knapp sieben Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg wird der Streit zwischen der regierenden CDU und den starken Grünen immer schärfer. Grünen-Bundeschef Cem Özdemir warf Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) vor, er arbeite im Wahlkampf mit "ausländerfeindlichen Ressentiments". Mappus hatte in einem Interview vor einem grünen Regierungschef Özdemir gewarnt - obwohl Spitzenkandidat der Ökopartei Fraktionschef Winfried Kretschmann ist.

Özdemir sagte am Rande eines Argentinienbesuchs im ARD-Hörfunk: "Nach dem Motto: Da steht ein Türke zur Wahl. Ihr wählt zwar den Kretschmann, bekommt aber dann den Deutsch-Türken Özdemir. Das ist schon perfide, was Mappus da macht."

Mappus nennt Vorwurf "unsinnig"

Der CDU-Landeschef wies den Vorwurf als "unsinnig" zurück. Mappus machte erneut deutlich, dass zuletzt Özdemir sowie Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer den Kurs der Partei bestimmt hätten, so beim Thema Stuttgart 21. "Kretschmann ist zwar der Kandidat, aber andere ziehen die Strippen." Er wies darauf hin, dass der 62-jährige Kretschmann schon wegen seines Alters nicht sehr lange Ministerpräsident sein könne.

Mappus hatte die Abstimmung am 27. März als "Schicksalswahl" bezeichnet und in einem Interview mit der "Welt" gesagt: "Wenn ausgerechnet Baden-Württemberg, wo das niemand erwartet hätte, nach 58 Jahren Herrn Özdemir oder Herrn Kretschmann oder wen auch immer als grünen Ministerpräsidenten hätte, wäre das ein völliger Paradigmenwechsel, der natürlich erhebliche Auswirkungen hätte auf Berlin."

Nach den jüngsten Umfragen für das Land liegen die schwarz-gelbe Koalition und Grün-Rot etwa Kopf an Kopf.

kng/DPA / DPA