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Bankenkrise: Milbradt war über Sachsen LB gut unterrichtet

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt ist nach einem "Spiegel"-Bericht über die nach einer schweren Krise verkaufte Sachsen LB besser informiert gewesen als bisher bekannt. Der Regierungschef hatte versichert, von jenem Zeitpunkt an, als er aus dem Amt des Finanzminister ausschied, keine Details mehr zu kennen.

Wie das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab berichtete, liegen dem Landtags-Untersuchungsausschuss, der seit 2005 Unregelmäßigkeiten der Bank aufklärt, Mails, Briefe und Faxe vor, die eine enge Verbindung zwischen dem Banken-Vorstand und Milbradt auch nach Januar 2001 belegen.

Die Landesbank war nach riskanten Hypothekengeschäften auf dem US- Immobilienmarkt in eine schwere Krise geraten. Sie wurde vor zwei Wochen von der Landesbank Baden-Württemberg in einer Blitzaktion übernommen.

Den Unterlagen zufolge sollen unter anderem noch im Februar 2005 vertrauliche Vorlagen für den Verwaltungsrat sowie Gutachten und Stellungnahmen an Milbradts Büro gesandt worden sein. Der SPD- Vertreter im Untersuchungsausschuss, Karl Nolle, warf Milbradt vor, die Unwahrheit gesagt zu haben. "Die Unterlagen belegen, dass der Ministerpräsident bis in Einzelheiten ständig unterrichtet war." Milbradt soll den Informationsaustausch als "routinemäßig" bestätigt haben.