VG-Wort Pixel

Neufahrn Möglicherweise doch erster muslimischer CSU-Bürgermeisterkandidat in Bayern

CSU-Politiker Ozan Iyibas (1.v. rechts)
Von links: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, CSU-Politikerin Dorothee Bär, der zweite Bürgermeister von München Josef Schmid (CSU) und Ozan Iyibas (Archivfoto)
© Matthias Balk/ / Picture Alliance
Vor gut einer Woche hatte es Wirbel um den Rückzug eines muslimischen CSU-Bürgermeisterkandidaten gegeben. Nun könnte wohl doch ein Muslim erster CSU-Bürgermeisterkandidat werden – allerdings in einem anderen Ort.

Nach dem Rückzug eines muslimischen CSU-Bewerbers im bayerischen Wallerstein könnte es nun andernorts im Freistaat einen muslimischen Bürgermeisterkandidaten der CSU geben: Ozan Iyibas gilt für die Kommunalwahl am 15. März nach Medienberichten derzeit als wahrscheinlichster Kandidat in Neufahrn. An diesem Freitag ist die Nominierungsversammlung.

Der 37-Jährige, in Freising geboren und in Neufahrn aufgewachsen, führt dort schon die CSU-Liste für die Gemeinderatswahl an. Auch deshalb gilt der Bankkaufmann als wahrscheinlichster Kandidat. Er selbst wollte das nicht bestätigen. "Das ist eine Option", sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Kandidat oder die Kandidatin für den Posten werde aber erst am Freitagabend nominiert.

Muslimischer CSU-Kandidat in Wallerstein gab wegen Widerstand auf

Iyibas gehört wie seine Eltern den Aleviten an. Die Konfession wird regelmäßig, wenn auch nicht immer, dem Islam zugerechnet. Es gibt aber sehr deutliche Unterschiede: Die Regeln sind bei Weitem nicht so streng, das Alevitentum gilt als deutlich liberaler und säkularer.

Iyibas sagt, er sei "voll bayerisch und voll deutsch". Und er sei "genauso ein CSU-ler" wie jeder andere. Tatsächlich trat er bereits 2007 in die Partei ein. Seit 2015 ist er Landesvorsitzender des Arbeitskreises Migration und Integration der CSU auf Landesebene.

Zuletzt hatte die CSU in Wallerstein für Schlagzeilen gesorgt, weil dort ein möglicher muslimischer CSU-Bürgermeisterkandidat, Sener Sahin, wegen Widerstands an der eigenen Parteibasis aufgab. Der Wallersteiner CSU-Vorstand hatte mit Sahin an der Spitze in die Wahl am 15. März gehen wollen. Da es an der Basis aber Kritik an Sahin wegen dessen Religion gab, zog der Kandidat seine Bewerbung zurück.

rw DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker