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Brigitte-Gespräch mit Hannelore Kraft: Zu Karneval geht sie als Vampir

Steilvorlage für Söders Markus: Im Karneval geht NRW-Ministerpräsidentin Kraft als Vampir - bester Fotostoff für die Finanzverhandlungen zwischen Bund und Ländern. Das weiß sie. Und macht es doch.

Von Lutz Kinkel

"Brigitte Live" mit Hannelore Kraft: "Frauen müssen männliche Strategien durchschauen"

Das kann sie. Das kann sie sehr, sehr gut. Offen sein. Normal. Menschlich. Als Angela Merkel im TV-Duell 2013 sagte: "Sie kennen mich", war das nicht mehr als eine klug kalkulierte Werbung. Die Suggestion von Nähe. Tatsächlich kennt die Öffentlichkeit Merkel nur so weit, wie sie es zulässt. Weite Teile ihres Lebens, von ihren Gewohnheiten über ihre Ehe bis zu ihrer DDR-Vergangenheit schottet sie blickdicht ab. Das ist die Position der Machtpolitikerin. Dass es auch anders geht, zeigt, immer wieder: Hannelore Kraft, SPD, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen.

Am Montagabend führt sie im Chamäleon-Theater in Berlin-Mitte ein Gespräch in der Reihe "Brigitte Live" mit Chefredakteurin Brigitte Huber und Chefreporterin Meike Dinklage. Und seitdem weiß jeder, der es wissen will: Hannelore Kraft ist ein Morgenmuffel, sie trinkt in der Frühe erstmal einen Pfefferminztee, dann einen Kaffee. Ihr Sohn ist zwei Meter groß, studiert in Kanada und schreibt ihr kritische Mails zur Tagespolitik. Dieses Jahr hat sie das Kraulen wieder erlernt und schwimmt nun 1000 Meter in ordentlichem Tempo. Und im Karneval wird sie, in ihrer Heimatstadt Mühlheim, als Vampir verkleidet feiern.

Das demagogische Potential

Als Profi merkt Kraft indes sofort, noch während sie davon erzählt, dass die Vampir-Nummer politisch ein bisschen heikel sein könnte. Nordrhein-Westfalen ist hoch verschuldet, derzeit führt Kraft Verhandlungen zur Neuordnung des Länderfinanzausgleichs und des Solidarpakts. Sie braucht Geld, und zwar reichlich, um die Schuldenbremse einzuhalten. Welches demagogische Potential hätte eine Fotoserie, die sie mit spitzen Plastik-Eckzähnen und Kunstblut an den Händen zeigt? Lachend erinnert sie sich selbst daran, dass ja Hauptstadtjournalisten im Saal sitzen. Und zieht damit weiter Sympathien auf ihre Seite.

Der Saal ist zu zwei Dritteln gefüllt, das Licht auf Kamin-Atmosphäre abgedimmt. Es sind vielleicht 150 Menschen da, der Großteil des Publikums ist weiblich. Für Kraft ist es ein Heimspiel. Ihr Team veranstaltet vergleichbare Talks im Wahlkampf, sie macht ihre Person zum Thema, versucht, ein Maximum Wärme und Vertrauen abzustrahlen, um sich gegen die technokratische Konkurrenz abzugrenzen, mag sie nun Jürgen Rüttgers oder Norbert Röttgen heißen. Das gelingt ihr in Nordrhein-Westfalen, und es gelänge ihr auch in Berlin. Wahrscheinlich hat das auch mit ihrer Sozialisation zu tun. Kraft hat gelernt, dass sie mit Offenheit Menschen für sich gewinnen kann. Merkel hat in der DDR gelernt, dass jedes Wort zuviel ein Risiko ist.

Frauen "zickig", Männer "kämpferisch"

Die große Politik bleibt außen vor. Niemand fragt sie nach ihrem Kampf für Kohlekraftwerke. Keiner thematisiert die Verschuldung des Landes. Flüchtlinge? Infrastruktur? Bildung? Ein anderes Mal. Nur eine Frage deutet auf das Potential hin, das hier sitzt - als sie gefragt wird, warum sie ihre Ambitionen auf die Kanzlerschaft öffentlich aufgegeben hat. Kraft antwortet: "Ich habe einen neuen Politikansatz in Nordrhein-Westfalen aufgebaut: die präventive, vorbeugende Politik. Dafür braucht man einen langen Atem. Mich interessiert jetzt nicht die nächste Karrierestufe. Das ist männliches Denken." Ach so. Bisher begründete sie ihre Absage gerne mit ihrer privaten Verwurzelung in NRW. Oder lässt durchblicken, dass sie Berlin für ein nicht eben einladendes politisches Haifischbecken hält. Was es zweifellos ist.

Intensiv beschäftigt sich die Gesprächsrunde mit dem Thema Frauen in der Politik, ihrem Umgang mit Männern und ihren Karrierechancen. Kraft antwortet besonnen, sagt, dass Frauen lernen sollten, männliche Kommunkationsstrategien zu entschlüsseln, ihre Körpersprache zu verstehen und damit in Verhandlungssituationen klug umzugehen. Sie sagt auch, dass sich Frauen mehr zutrauen müssen. "Ich habe so viele schlechte Männer erlebt, da können wir Frauen uns noch einiges leisten." Frauen würden, wenn sie sich exponierten, gerne mit den Adjektiven "zickig" und "kreischend" belegt, bei Männern gelte gleiches Verhalten als "kämpferisch". Das ist leider wahr und macht die Welt nicht besser. Und wenn es einmal auffällt - zum Beispiel, als Unionsfraktionschef Volker Kauder die sozialdemokratische Familienministerin Manuela Schwesig als "weinerlich" bezeichnete und dafür viel Kritik kassierte - freut sich Kraft. "Ich fand die Debatte ganz gut", sagt sie schmunzelnd. "Und es hat der Quote geholfen."

Gleitschirmfliegen zum 60.

So pendelt Kraft an diesem Abend zwischen Beobachtung, Privatem und Politik charmant hin und her. Wäre Politik allein ein Personality-Talk, sie hätte alle Trümpfe in ihrer Tasche. An ihrem 60. Geburtstag will sie Gleitschirm fliegen. "Die Alzheimer-Forschung sagt, man soll immer was Neues machen. Ich gebe mir Mühe", sagt sie selbstironisch. Schade, dass sie nicht einmal in einem Halbsatz erkennen lässt, dass sie damit auch die Bundespolitik meinen könnte.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(