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Bundeswehreinsatz: Beck lehnt Truppen-Aufstockung ab

Die SPD ist gegen eine Aufstockung der Bundeswehrtruppen in Afghanistan: Parteichef Kurt Beck sprach sich sowohl gegen zusätzliche Truppen als auch gegen einen Einsatz im Süden aus. Beck sieht jedoch auf einem anderen Gebiet Ausbaumöglickeiten des deutschen Engagements.

Die SPD lehnt eine massive Aufstockung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan ab. Parteichef Kurt Beck sagte in Berlin, auch in Zukunft müsse die jetzige Obergrenze von 3500 Soldaten der Maßstab sein. Am Wochenende hatte der "Spiegel" berichtet, in der Regierung werde über 1000 zusätzliche Soldaten und eine Ausdehnung des Einsatzes auf den Westen des Landes nachgedacht. Beck sagte: "Diese 1000 zusätzlichen Soldaten sind nirgendwo verankert und bewegen sich weit außerhalb dessen, was für uns vorstellbar ist." Bisher konzentriert sich die Bundeswehr auf den Norden.

Dabei soll es nach dem Willen der SPD auch bleiben. Beck sagte, darauf habe sich das Parteipräsidium geeinigt. Diese Haltung sei mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) abgestimmt, der zurzeit auf einer Afrika-Reise ist. Es könne aber darüber gesprochen werden, ob Deutschland mehr für die Ausbildung der afghanischen Polizei und des Militärs tun könne. Den geplanten Einsatz von 200 Soldaten eines Kampfverbandes zum Schutz ihrer vorwiegend mit dem Wiederaufbau beschäftigten Kameraden sieht Beck durch das bis zum Herbst geltende Bundestagsmandat gedeckt. Die Bundesregierung hatte dem Magazin-Bericht widersprochen. "Solche Pläne gibt es nicht", hatte Verteidigungsminister Franz Josef Jung gesagt. Grundsätzlich hatte er eine Aufstockung der Truppen aber offen gelassen.

Reuters / Reuters