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Kolumne: Hier spricht der Boomer Vier Themen, mit denen die Union die Wahl garantiert noch gewinnt

Armin Laschet schaut skeptisch auf Frank Schmiechen
Kolumnist Frank Schmiechen (kl. Foto) empfiehlt CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet vier Themen, mit denen er das Ruder im Wahlkampf noch rumreißen kann.
© privat/ Marius Becker / DPA
Die Union liegt hinten. Kanzlerkandidat Armin Laschet steckt in der Abwärtsspirale. Können die Konservativen die Wahl noch gewinnen? Nur wenn sie sich im Endspurt ganz schnell auf konservative Werte und Themen besinnen, meint unser Autor.
Von Frank Schmiechen

Es ist schon beängstigend für alle Konservativen in diesem Land. Nur noch 19 Prozent der  Deutschen wollen laut Umfragen die Union wählen. Es droht eine rot-grün-rote Regierung. Wie konnte das passieren? Die Schuld wird beim Kanzlerkandidaten gesucht. Armer Armin. Aber die Schuld liegt woanders.

Wie wäre es, wenn die konservative Partei zurück zu den konservativen Themen fände? Nicht ganz leicht, wenn man im Mainstream-Chor der nachhaltigen Klimaretter auf ihren Lastenfahrrädern mitheulen will. Klar. Aber jetzt kommt Hilfe. Hier sind vier Themen, die die Union jetzt sehr laut und deutlich spielen muss. Dann würde sie die Bundestagswahl locker gewinnen.

1. Stoppt den Genderwahn

Es gibt in Deutschland eine große, schweigende Mehrheit, die mit Sternchen, Schluckauf-Pausen beim Sprechen und -innen-Endungen nichts anfangen kann. Die meisten Konservativen empfinden diesen Neusprech als Verhunzung unserer schönen Sprache. Man liebt die Sprache von Heinrich Heine, Thomas Mann und Johannes Mario Simmel, die Seite an Seite im Bücherregal stehen. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann sagt: "Ich empfehle uns, die Debatte zur Gender-Sprache gelassen und differenziert zu führen." Ja, kann sie machen. Aber so gewinnt man keine Wahl.

2. Immigration regulieren

Wer kommt zu uns nach Deutschland? Wer darf bleiben? Wer muss gehen? Das sind Fragen, auf die die Union klare Antworten geben muss, wenn sie Deutschland weiter regieren will. Zum Beispiel so: Wer unser Land und unsere Lebensweise ablehnt, muss gehen. Wer sich nicht an unsere Regeln hält, muss gehen. Die Konservativen in diesem Land haben es verdient, dass die Union in dieser Frage klare Kante zeigt. Dazu gehört es auch, dass man nach einem Messerangriff eines Afghanen in Berlin-Wilmersdorf, der eine Gärtnerin schwer verletzt hat, klare Worte findet und nicht sofort relativiert. 

3. Das Klima ist nicht alles

Ja, es gibt sehr viele Menschen in diesem Land, die andere Probleme haben als das Klima. Sie kämpfen um ihre Jobs, müssen ihre Rechnungen bezahlen und sorgen sich um die Bildung ihrer Kinder. Auch sie wollen von der Politik gehört und vertreten werden. Stattdessen hören sie jeden Tag, wie das Klima gerettet werden soll, welche Kraftwerke abgeschaltet werden und dass ihre Autos die Welt in die Hitze-Katastrophe stürzen. Wenn diese Menschen das Wort "nachhaltig" hören, schalten sie ab. Sie fordern Klarheit, Intelligenz und Sicherheit.

4. Wir stärken die Wirtschaft

Wie wäre es mal mit einem Satz wie: Ohne Wirtschaft ist Deutschland nichts. Oder: Wir müssen die Wirtschaft stärken, wenn wir in Zukunft besser leben wollen. Das Rückgrat unseres Wohlstands ist die Wirtschaft. Diese Sätze wollen Konservative von Friedrich Merz hören. Aber er sagt sie nicht. Stattdessen lässt er sich von Robert Habeck vorführen. Selbstständige, Mittelständler, Familienunternehmen in diesem Land sind hungrig nach politischer Unterstützung. Stattdessen geht es im Wahlkampf um Vermögenssteuer, höhere Spritpreise und alleinerziehende Mütter. Und der nächste Lockdown droht schon am Horizont. Noch ein möglicher Satz für den sicheren Wahlsieg: Mit der Union wird es keinen weiteren Lockdown geben und die Schulen bleiben offen. 

Fazit

Wenn dieser Wahlkampf noch im Sinne der Union gedreht werden soll, braucht sie jetzt sofort klare Kante. Die vier beschriebenen Standpunkte sind in der Twitter-Gesellschaft nicht mehrheitsfähig. Man spürt schon den Shitstorm. Klar. Aber Deutschland ist nicht Twitter. Den Deutschen, die eigentlich die Union und Armin Laschet wählen würden, ist egal, was Jan Böhmermann und seine Truppen meinen. Ihnen ist auch völlig egal, wie rot die Socken von Saskia Esken sind. Sie wollen ganz einfach ihre konservative Union zurück. 

dho

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