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Chemnitz: Verfassungsschutz-Chef Maaßen zweifelt an Echtheit von Jagdszenen-Video

Verfassungsschutz-Chef Hans Georg Maaßen spekuliert über "gezielte Falschinformationen", die in Chemnitz gestreut worden sein sollen, um vom "Mord" an Daniel H. abzulenken. Wie er zu seiner Einschätzung kommt, verrät er nicht.

Hetzjagden in Chemnitz? Video zeigt, wie Ausländer verfolgt und beleidigt werden

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat Zweifel an den Informationen über Hetzjagden während der Demonstrationen in Chemnitz geäußert. "Die Skepsis gegenüber den Medienberichten zu rechtsextremistischen Hetzjagden in Chemnitz werden von mir geteilt", sagte Maaßen der "Bild"-Zeitung (kostenpflichtiger Inhalt). Dem Verfassungsschutz lägen "keine belastbaren Informationen darüber vor, dass solche Hetzjagden stattgefunden haben".    

Ablenkung von Mord in Chemnitz?

Zu dem Video, das Jagdszenen auf ausländische Menschen in Chemnitz zeigen soll, sagte Maaßen: "Es liegen keine Belege dafür vor, dass das im Internet kursierende Video zu diesem angeblichen Vorfall authentisch ist."

Verfassungsschutz-Chef Maaßen, Jagdszene in Chemnitz

Menschen jagen Menschen in Chemnitz (r.). Verfassungsschutz-Chef Maaßen sieht "gute Gründe", dass es sich um eine "gezielte Falschinformation" handel

"Nach meiner vorsichtigen Bewertung sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken", sagte der Verfassungsschutz-Präsident weiter (Die sächsischen Behörden ermitteln wegen des Verdachts des Totschlags, nicht des Mordes; Anm. d. Red.). Um welche Gründe es sich handelt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Nach der Tötung eines 35-Jährigen in Chemnitz hatte es dort in den vergangenen Tagen mehrfach Kundgebungen rechter Gruppen gegeben. Dabei wurden auch Ausländer und Journalisten angegriffen. Zwei mutmaßlich aus Syrien und dem Irak stammende Männer sitzen wegen des Tötungsdelikts in Untersuchungshaft. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird seit Dienstag gefahndet.

Im Video: "Krawalle in Chemnitz: Was bisher geschah"

Chemnitz 
wue / AFP