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Lebenslauf-Affäre: Berliner Senatssprecherin trägt Titel der Kauffrau womöglich zu Unrecht

In der Affäre um Widersprüche im Lebenslauf der Berliner Senatssprecherin Claudia Sünder gibt es neue Ungereimtheiten. Inzwischen richten sich auch Fragen an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller.

Claudia Sünder weist alle Vorwürfe zurück.

In der Affäre um irreführende  Angaben im Lebenslauf der Berliner Senatssprecherin Claudia Sünder tauchen neue Fragen auf. Sie betreffen ihren angeblichen Abschluss als Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. Laut der offiziell vom Senat veröffentlichten Vita der Sprecherin des Regierenden Bnürgermeisters Michael Müller (SPD) führt sie diesen Titel seit dem Jahr 1998. Doch nach Recherchen des stern gibt es Zweifel, ob das stimmt und ob sie den Titel in der Form überhaupt tragen darf.

In einer Eidesstattlichen Versicherung vom 3. Juli, die Sünder dem Landgericht Berlin vorlegte, erläuterte die 48-Jährige, wie sie zu dem Abschluss als Kauffrau kam. Sie sei Teilnehmerin eines zweijährigen Fernunterrichts über "Grundwissen nach dem Berufsbild Kaufmann/Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft" gewesen, den das damalige Bochumer "Institut der Wohnungsunternehmen für Fernunterricht" anbot. Darauf habe sie die Abschlussprüfung vor dem "Zentralen Prüfungsausschuss" für Kaufleute in der Wohnungswirtschaft bestanden.

Berlins Regierender Bürgermeister (SPD) Michael Müller und seine Sprecherin Claudia Sünder

Berlins Regierender Bürgermeister (SPD) Michael Müller und seine Sprecherin Claudia Sünder

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Widersprüchliche Angaben über Abschlussjahr?

Gewöhnlich dauert die Ausbildung zur Immobilienkauffrau zweieinhalb bis drei Jahre, nicht zwei Jahre, wie an dem Bochumer Institut. Für den Fernlehrgang der dortigen Bildungseinrichtung war laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittleres Ruhrgebiet in Bochum auf alle Fälle eine Abschlussprüfung vor der IHK erforderlich, bevor man sich Kauffrau oder Kaufmann nennen dürfe. Der Abschluss an der von Sünder genutzten Fernlehreinrichtung berechtige nicht zum Führen des Titels Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, sagte der Bochumer IHK-Sprecher Jörg Linden dem stern.

Sünder scheint überdies widersprüchliche Angaben gemacht zu haben, in welchem Jahr sie den Abschluss erwarb. Während der Senat in ihrer offiziellen Vita das Jahr 1998 nennt, findet sich in Sünders Profil auf der Karrierewebsite LinkedIn eine andere Version. Danach nahm sie von 1997 bis 2000 an einer "Ausbildung" als Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft in Bochum teil.

Auf Fragen des stern räumte Sünder jetzt ein, dass sie zwar in den Jahren 1997 und 1998 den Fernlehrgang absolvierte, die Prüfung aber erst "später, also im Jahr 2000 nachgeholt" habe. Zwischendurch habe sie einen Umzug nach Baden-Württemberg und einen Erziehungsurlaub bewältigen müssen. Es sei aus ihrer Sicht "nicht einfach" gewesen, den Zeitabstand zwischen Lehrgang und Abschlussprüfung im Lebenslauf darzustellen, sagte sie auf die Frage, ob sie wirklich - wie vom Senat dargestellt - 1998 den Abschluss als Kauffrau erworben hatte.

Die Senatssprecherin bestätigte dem stern auch, dass sie keine Prüfung bei der IHK abgelegt habe. Das Institut, an dessen Zentralem Prüfungsauschuss sie ihre Prüfung erfolgreich bestanden habe, habe ihr "mitgeteilt", das sie sich sehr wohl auch ohne IHK-Prüfung Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft "nennen dürfe". Bei dem Institut habe sie sich ausdrücklich nach dem "korrekten Umgang mit dem Ergebnis des Fernlehrgangs" erkundigt.

Claudia Sünder als "Flunker-Queen" bezeichnet

Die Bochumer EBZ Business School, in der das Institut heute aufgegangen ist, ließ die Frage unbeantwortet, ob der damalige Lehrgang und die Prüfung an dem Institut aus ihrer Sicht das Tragen des Titels erlauben.

Vor zwei Wochen hatte der stern erstmals publik gemacht, dass es Fragen zu möglichen Ungereimtheiten in Sünders Lebenslauf gibt. Sie waren zunächst von dem 72-Jährigen Berliner Schriftsteller Hanjo Lehmann aufgeworfen worden. Er hatte ein 79-seitiges Pamphlet verfasst und verbreitet, in dem er Sünder als "Flunker-Queen" und "tölpelhafte FDJ-Pflanze aus Boltenhagen" verspottete. 

Nachdem die Senatskanzlei ihn wegen Beleidigung angezeigt hatte, durchsuchten Polizisten Mitte Juli seine Wohnung und beschlagnahmten Handys und Rechner. Diese habe er bis heute nicht zurück erhalten, klagte Lehmann am Donnerstag in einer Mail an die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses. Das unterminiere seine "Lebensgrundlage als Schriftsteller".

Der Autor bekam inzwischen jedoch in Teilen Rückendeckung vom Landgericht Berlin. Sünder selbst hatte es angerufen. Am 26. Juli untersagten die Richter dem Schriftsteller eine größere Reihe von Aussagen, wiesen aber einige Forderungen der Senatssprecherin zurück. So gebe es "hinreichende Anhaltspunkte für die subjektive Wertung" von Lehmann, dass Sünder "die Öffentlichkeit hinsichtlich ihrer realen Qualifikationen umfassend getäuscht hat". Das gelte auch, so das Gericht, für Lehmanns Meinung, dass es sich bei Sünders biografischen Angaben "um einen fast komplett geschwindelten Lebenslauf" handelt.

Fragen an Berlins Regierenden Bürgermeister

Das Gericht bemängelte unter anderem, dass Sünder behauptet hatte, sie habe ab 1996 die "Leitung" einer Immobilienfirma in ihrem Heimatort Boltenhagen in Mecklenburg innegehabt. Tatsächlich war sie bei der Gesellschaft nicht Mitglied der Geschäftsführung, sondern führte nur ein Filialbüro. Das sei "nicht vergleichbar mit der Führung eines Unternehmens", urteilten die Richter.

Sünder hat gegen den Gerichtsbeschluss in der Zwischenzeit offenbar bereits Beschwerde beim Kammergericht eingelegt.
Abgeordnete der Opposition im Berliner Landesparlament wollen inzwischen wissen, was der Regierende Bürgermeister Müller über mögliche Widersprüche in den biografischen Angaben seiner Sprecherin wusste. "Es fragt sich, wer nach welchen Kriterien denn eigentlich die Position des Senatssprechers besetzt hat und welche Rolle dabei Angaben im Lebenslauf gespielt haben", sagte der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe dem stern.  Der Regierende Bürgermeister müsse hier "endlich aufklären".

"Fehlende wörtliche Deckungsgleichheit"

In einer Antwort des Senats an den stern wird angedeutet, dass in dem offiziell veröffentlichten Lebenslauf teils andere Angaben zu finden sind, als in den Daten für Sünders Personalakte. Bei den veröffentlichten Angaben handele es sich "nicht um obligatorische Daten, die im Rahmen der Personalwirtschaft erhoben und verarbeitet werden müssen, sondern um solche, die die jeweilige Person freiwillig der Öffentlichkeit zugänglich macht", hieß es in der Stellungnahme der Landesregierung. Für die Personalakte einerseits und die offizielle Vita andererseits seien in der Senatskanzlei "dementsprechend auch verschiedene Personen zuständig". Ein "vollumfänglicher Vergleich" der zu veröffentlichenden  Daten "mit denen in der Personalakte" finde "vor der Veröffentlichung auf der Website nicht statt". Gegebenenfalls gebe es lediglich eine "Plausibilitätskontrolle", so der Senat.

Sünder sprach dem stern gegenüber von einer "fehlenden wörtlichen Deckungsgleichheit" zwischen öffentlicher Vita und Personalakte, die die "zwangsläufige Folge zweier verschiedener Kontexte" sei. Es gehe nicht um "unterschiedliche oder verfälschende Angaben". Lediglich wegen des unterschiedlichen Kontextes könne es "geboten sein, ein- und diesselbe Station in meinem Leben in unterschiedlicher Ausführlichkeit und Akzentuierung darzustellen", so die Senatssprecherin.

Claudia Sünder weist alle Vorwürfe zurück.
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(