CSU Pauli poltert, Seehofer kneift


Er steht wegen seiner außerehelichen Affäre stark unter Druck, nun hat CSU-Parteivize Seehofer seine Teilnahme am Politischen Aschermittwoch in Passau abgesagt. Unterdessen hat die Fürther Landrätin Pauli der CSU Doppelmoral vorgeworfen.

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer hat seine Teilnahme am Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau überraschend abgesagt. Der Schritt sei mit Parteichef Edmund Stoiber und seinem Konkurrenten um den CSU-Vorsitz, Erwin Huber, abgesprochen, sagte eine Sprecherin Seehofers, die damit einen Bericht der "Passauer Neuen Presse" bestätigte. Den Grund für die Absage könne sie nicht nennen.

Unterdessen hat die Fürther Landrätin Gabriele Pauli die CSU aufgefordert, die Debatte über Seehofers Privatleben einzustellen. "Wenn jemand politisch kompetent ist, hat das Privatleben damit nichts zu tun", sagte die CSU-Politikerin der "Welt" und kritisierte eine Doppelmoral. Viele, die jetzt über Seehofers außereheliche Beziehung moralisierten, hätten selbst ähnliche Probleme, sagte Pauli. "Es gibt viele, die nach außen hin ein perfektes Privatleben aufzuweisen haben. Aber ob das immer echt und ehrlich ist, ist die Frage."

Sieben Monate vor seinem Rückzug will CSU-Chef Edmund Stoiber die Partei beim Politischen Aschermittwoch auf die Fortsetzung seines politischen Kurses einschwören. Stoiber werde sich in Passau "die Freiheit nehmen zu klaren Worten für einen klaren Kurs", hieß es in seinem Umfeld. Er wolle der CSU ins Stammbuch schreiben, dass sie über eine klare Haltung in der Tagespolitik hinaus die wichtigen Leitentscheidungen für Deutschland prägen und gestalten müsse. Stoiber, der Ende September seine Ämter als Parteivorsitzender und bayerischer Ministerpräsident abgibt, will die CSU zudem als konservative Umweltpartei positionieren.

Bei Stoibers voraussichtlich letzter Aschermittwoch-Kundgebung erwartet die CSU einen Andrang wie seit Jahren nicht mehr. "Die Karten werden uns aus den Händen gerissen und gehen weg wie die warmen Semmeln", hieß es in Stoibers Umfeld.

DPA/AP AP DPA

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