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Die Morgenlage Mindestens 25 Tote bei blutigstem Polizeieinsatz in Rios Geschichte

Die Morgenlage: Mindestens 25 Tote bei blutigstem Polizeieinsatz in Rios Geschichte
Im Video: Blutiger Polizeieinsatz in den Favelas von Rio 








Mindestens 25 Menschen sind bei einer Schießerei während eines Polizeieinsatzes in Rio de Janeiro ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, sei auch ein Polizist gestorben, zwei weitere wurden durch Schüsse verletzt. Der Einsatz war nach Angaben der Behörden Teil eines Ermittlungsverfahrens gegen mutmaßliche Drogenhändler im Viertel Jacarezinho, das im Norden der Stadt in den sogenannten Favelas liegt. Bilder eines Polizeihelikopters zeigen die Verfolgungsjagd durch die engen Gassen eines Wohnviertels. Die Verdächtigen seien nach Angaben der Polizei über die Dächer geflohen. Bewohner wurden daraufhin angehalten, in ihren Häusern zu bleiben. Bei der Verfolgungsjagd trafen Kugeln unter anderem einen Zug. Zwei Passagiere wurden durch das zersplitternde Glas verletzt. Die Polizei sagte, dass unter den Toten auch der Anführer der Drogenhändlerbande gewesen sei. Mindestens 10 Verdächtige wurden verhaftet, der Rest floh oder kam bei der Schießerei ums Leben. Der Polizeieinsatz war der tödlichste seit Jahrzehnten im Bundesstaat Rio de Janeiro.
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SPD will Klöckners Tierwohllabel im Bundestag stoppen +++ RKI registriert 18.485 Corona-Neuinfektionen und 284 neue Todesfälle +++ US-Vizepräsidentin Kamala Harris trifft sich virtuell mit Mexikos Präsident +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

es ist die polizeiliche Operation mit den meisten Toten in der Geschichte Rios: Mindestens 25 Menschen werden bei den heftigen Gefechten zwischen mutmaßlichen Mitgliedern von Drogenbanden und der Polizei in der Favela getötet. Mehrere Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des Nachrichtenportals "G1", das Informationen der staatlichen Universität UFF und der App "Fogo Cruzado" (Kreuzfeuer) auswertete, die Daten über bewaffnete Gewalt sammelt, war dies die Polizei-Operation mit den meisten Toten in der Geschichte Rio de Janeiros. "Man kann das nur als eine katastrophalen Einsatz bezeichnen", sagte der Soziologe Daniel Hirata von der UFF. "Es handelt sich um eine Aktion, die von den Polizeibehörden genehmigt wurde. Das macht die Sache noch viel schwerwiegender."

In keinem anderen Land der Welt kommen so viele Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben wie in Brasilien. Im Jahr 2019 töteten Sicherheitskräfte in dem südamerikanischen Land 5804 Menschen. Viele Armenviertel werden von schwer bewaffneten Drogenbanden kontrolliert. Rückt die Polizei in den Favelas ein, um einen Haftbefehl zu vollstrecken oder nach Rauschgift zu suchen, wird sie nicht selten mit Salven aus Sturmgewehren empfangen. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

SPD will Klöckners Tierwohllabel im Bundestag stoppen

Die SPD will das Tierwohllabel von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) im Bundestag stoppen. Die SPD werde dem vom Kabinett geplanten Beschluss zur Einführung einer freiwilligen Kennzeichnung der Haltungsbedingungen auf Tierprodukten im Parlament nicht zustimmen, sagte Fraktionsvize Matthias Miersch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben). Freiwilligkeit reiche nicht, notwendig sei ein verpflichtendes Tierwohllabel, das auf klaren Kriterien für die Haltung, den Transport und die Schlachtung von Schweinen, Rindern und Geflügel beruhe. 

Mindestens 25 Tote bei blutigstem Polizeieinsatz in Rios Geschichte

Bei dem blutigsten Polizeieinsatz in der Geschichte der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro sind über zwei Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Bei den heftigen Gefechten zwischen mutmaßlichen Mitgliedern von Drogenbanden und der Polizei in der Favela Jacarezinho seien mindestens 25 Menschen getötet worden, berichtete das Nachrichtenportal "G1" am Donnerstag. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei den Opfern um 24 Verdächtige und einen Beamten der Anti-Drogen-Einheit. Mehrere Menschen wurden verletzt.

SOS-Kinderdorf untersucht Gewalt und Missbrauch in Projekten in 20 Ländern

In Einrichtungen und Projekten der Hilfsorganisation SOS-Kinderdorf in Afrika und Asien sind Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch geworden. SOS-Kinderdorf machte die Kinderschutzverletzungen in 20 Ländern am Donnerstag in Österreich publik und setzte eine unabhängige Kommission ein, die die Vorfälle aufarbeiten soll. Die Organisation geht nach eigenen Angaben auch Hinweisen auf Misswirtschaft und Veruntreuung von Geldern nach.

Die Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf in Österreich, Elisabeth Hauser, sprach von "schwerem Fehlverhalten von Mitarbeitern und schwerwiegenden Vorwürfen". Hauser sicherte eine "schonungslose und transparente Aufarbeitung" der Vorfälle zu. Sie machte aber keine Angaben dazu, welche Länder und wie viele Kinder genau betroffen sind. Die Vorfälle reichen den Angaben zufolge bis in die 90er Jahre zurück. 

Trauer um Jan Hahn_RTL-Momente

RKI registriert 18.485 Corona-Neuinfektionen und 284 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.329 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 125,7 (Vortag: 129,1; Vorwoche: 153,4).

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 306 Tote. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,88 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. 

Das wird heute wichtig:

Bundesgerichtshof entscheidet über Weiterführung von Nachbarschaftsstreit

Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet in Karlsruhe über die Frage, ob ein Kläger einen Nachbarschaftsstreit weiterführen darf. Konkret geht es um vier Zypressen auf dem Nachbargrundstück, die der Mann gefällt oder zurückgeschnitten sehen will. Seit Beginn des Prozesses trat allerdings neues Recht in Kraft, demzufolge die ganze Wohnungseigentümergemeinschaft zusammen klagen müsste. Die Frage ist nun, ob der Mann den Prozess überhaupt weiterführen darf. Der Miteigentümer wollte nicht klagen, er starb allerdings inzwischen. Die Erben legten in der Verhandlung im März eine Erklärung vor, dass sie den Kläger nicht stoppen wollten.

Voraussichtlich Urteil im Prozess gegen 20-Jährigen, der aus Mordlust einen Senior getötet haben soll

Im Mordprozess um die Tötung eines Seniors mit einem Schraubendreher und einem Messer im siegerländischen Hilchenbach wird das Urteil erwartet. Der 20 Jahre alte Angeklagte soll im August 2020 auf der Suche nach Wertgegenständen und Drogen in das Haus des 74-Jährigen eingedrungen und ihn mit mehr als 70 Stichen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, aus Mordlust und Habgier getötet zu haben. Gleichzeitig hält sie ihn aufgrund einer paranoiden Schizophrenie für schuldunfähig und will ihn daher im Maßregelvollzug unterbringen lassen. Nun entscheidet das Landgericht Siegen.

Informeller EU-Sozialgipfel

Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen am Freitag in Portugal zu einem zweitägigen Gipfel zur Corona-Pandemie und der Stärkung der europäischen Sozialpolitik zusammen. Das Spitzentreffen in der Hafenstadt Porto beginnt am Abend (20.45 Uhr MESZ). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt wegen der Corona-Lage in Deutschland nur per Video-Schalte teil. EU-Vertretern zufolge soll auch über die US-Initiative beraten werden, den Patentschutz für Corona-Impfstoffe auszusetzen, um weltweit mehr Impfungen zu ermöglichen.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris trifft sich virtuell mit Mexikos Präsident

Es soll unter anderem um die Ursachen für die Migration aus Lateinamerika in Richtung USA gehen. An der Unterredung teilnehmen sollen auch der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard und Wirtschaftsministerin Tatiana Clouthier. US-Präsident Biden hat seine Vize damit beauftragt, sich federführend um die Eindämmung der Migration an der US-Südgrenze zu kümmern.

Aufstiegshoffnung in Liga Zwei

Am Abend gehen die Fußball-Bundesligen in den Endspurt. Im Unterhaus muss Aufstiegsaspirant Holstein Kiel gegen den FC St. Pauli punkten, um sich weiter Hoffnung auf Liga eins machen zu können. Um 20.30 Uhr trifft dann eine Etage höher VfB Stuttgart auf den FC Augsburg.

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Ihre stern-Redaktion

nik / rw DPA AFP

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