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Ebola-Mission der Bundeswehr: Von der Leyen kann Rückhol-Versprechen nicht halten

Sollte sich ein Soldat in Westafrika mit Ebola infizieren, würde er sofort ausgeflogen. Das hatte Verteidigungsministerin von der Leyen versprochen. Dazu ist die Bundeswehr jedoch nicht in der Lage.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte den Soldaten, die sich für eine Hilfsmission in Westafrika melden, versprochen, sie im Falle einer Ebola-Infektion sofort nach Deutschland ausfliegen zu lassen. Dazu ist die Bundeswehr jedoch nicht in der Lage, wie jetzt herauskam.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte den Soldaten, die sich für eine Hilfsmission in Westafrika melden, versprochen, sie im Falle einer Ebola-Infektion sofort nach Deutschland ausfliegen zu lassen. Dazu ist die Bundeswehr jedoch nicht in der Lage, wie jetzt herauskam.

Bundeswehr-Soldaten sollen in Westafrika auf einer Hilfsmission im Kampf gegen Ebola eingreifen. Doch was passiert, wenn sie sich dabei anstecken? Bislang hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) das Versprechen an die Soldaten gegeben, freiwillige Helfer im Notfall ausfliegen zu lassen. Nun berichtet "Spiegel Online", Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel habe eingestanden, die Bundeswehr sei nicht in der Lage, bei dem Einsatz infizierte Soldaten oder freiwillige Helfer auszufliegen.

In dem dreiseitigen Bericht für den Bundestag schreibt Grübel demnach, die Bundeswehr verfüge nicht "über eigene Lufttransportmittel, mit denen die Ebola-Patienten transportiert werden könnten". Stattdessen würden Infektionsfälle zunächst am Einsatzort behandelt. So solle "im Falle einer Infektion die sanitätsdienstliche Behandlung im Schwerpunkt direkt vor Ort sichergestellt werden", heißt es.

Von der Leyens unhaltbarer Befehl

Von der Leyen hatte den für die Hilfstransporte eingesetzten Soldaten und Freiwilligen persönlich versprochen, sie im Fall einer Infektion sofort nach Deutschland zurück zu holen. "Im Notfall können Sie sich darauf verlassen, dass Sie nach Deutschland zurückgeholt und Sie in Deutschland medizinisch behandelt werden", schrieb sie am 22. September in einem von ihr unterzeichneten Tagesbefehl an die Truppe.

Die Bundeswehr will laut dem Bericht von Grübel mit dem Transport eines Feldlazaretts ins Ebola-Gebiet beginnen. Bisher ist nicht klar, wer die mobile Klinik in Liberia betreiben soll. Bundeswehr-Sanitäter reisen nicht mit nach Afrika. Grübel erklärte dem Bericht zufolge dazu, "die Frage nach dem Betreiber und dem Betrieb" werde geprüft.

Schulung und finanzieller Ausgleich

Die Opposition übte Kritik an von der Leyen. Wieder einmal zeige sich, "dass die Ministerin sich mit der Hilfsaktion in erster Linie medial profilieren wollte und ihre Versprechen dann nicht halten kann", sagte die grüne Verteidigungsexpertin Agniezska Brugger zu "Spiegel Online". Schon jetzt entstehe der Eindruck, dass sich "ihre Politik mehr um sie selbst dreht als um die Sicherheit der Freiwilligen".

Von der Leyens Aufruf richtete sich vor allem an medizinisches Personal, aber auch an Techniker und Logistiker. Sie sagte den Freiwilligen auch eine Schulung im Umgang mit Ebola, eine Unterrichtung über die Lage vor Ort und einen finanziellen Ausgleich zu. Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika kamen bislang fast 3500 Menschen ums Leben. Auf Liberia entfallen fast zwei Drittel der registrierten Ebola-Toten. Die anderen beiden Krisenzentren sind Guinea und Sierra Leone.

nck/AFP / AFP