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Überschuss im Bundeshaushalt: Schafft 1000 Millionäre!

Im Bundeshaushalt ist durch das gekippte Betreuungsgeld eine Milliarde übrig. Wie wäre es, das Geld ausnahmsweise mal sinnvoll auszugeben? Ein Vorschlag. 

Von Axel Vornbäumen

Ein Vorschlag, die durch das Betreuungsgeld frei gewordene Milliarde sinnvoll auszugeben.

Eine direkte Investition in die eigene Gesellschaft - ein Experiment das einen Versuch wert wäre

Kleine Wette aus dem Sommerloch gefällig? Wahrscheinlich kann man die Uhr danach stellen, dass sich demnächst - so etwa ab Mitte August - die Koalition wieder reflexhaft streitet wie die Kesselflicker. Um was? Um eine Milliarde. Die ist im Bundeshaushalt frei geworden, weil das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe kürzlich das Betreuungsgeld gekippt hat.

Eigentlich höchst verwunderlich, dass sich nicht längst irgendein Hinterbänkler auf das Thema draufgesetzt hat, um irgendetwas für irgendwen zu fordern, Hauptsache, er heißt nicht Alexis Tsipras.

Raus mit der Kohle

Deshalb hier jetzt ein vernünftiger Vorschlag zur Güte, als Diskussionsgrundlage und belebendes Element. Ein bisschen Mut wäre dazu allerdings nötig, eine Prise Unverkrampftheit, das Verlassen der eingefahrenen Gleise. Und dann? Dann raus mit der Kohle. Vielleicht ginge ja ein Ruck durch Deutschland. Mal sehn. Den Versuch wäre es wert.

Eine Milliarde Euro - das ist ja nicht viel. Eine Million schon. Was, wenn die Bundesregierung mit der überschüssigen Milliarde 1000 Millionäre in diesem Land schaffen würde? Jeder kann sich bewerben. Halt, nicht jeder! Es müsste schon eine Familie sein (das Geld hätte ja auch vor dem Karlsruher Urteil Familien unterstützen sollen).

Eine Familie, sagen wir: Mindestens zwei unterhaltspflichtige Kinder. Die Eltern müssten auch nicht unbedingt verheiratet sein, so modern sollte es dann doch schon zugehen. Schwule und Lesben dürfen auch mitmachen. Singles haben, tja, Pech gehabt, vielleicht wird ja irgendwann woanders mal wieder eine Milliarde frei, dann gerne. Der Rest? Darf sich bewerben. Arme, Reiche, Deutsche, Ausländer. Ossis. Wessis. Keine Quote. Keine Bevorzugung. Jeder darf mitmachen, der ab einem bestimmten Stichtag, sagen wir: 1. September 2015, einen Aufenthaltsstatus hat. Irgendetwas vergessen? Egal. Dann wird gelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Und das Geschrei, wo denn bei diesem Vorschlag die Gerechtigkeit bliebe, wird geflissentlich überhört.

Eine Investition - ein Experiment

Leute, ihr habt ja alle so Recht - gerecht ist das nicht. Aber das gilt für die meisten Milliarden, die im Bundeshaushalt ausgewiesen sind, doch auch.

1000 Millionäre also, und dann? Dann mal schauen, was das an Kraft freisetzt. An Kreativität. An Selbstbewusstsein. An Innovationsfreude. Ein Ruck? Vielleicht. Ja, bestimmt wird nicht jeder einzelne Euro gut investiert sein. Bei manchem ist womöglich sogar jeder Cent zu schade. Kollateralschaden. So ist das Leben.

Aber es wäre mal was. Ein Experiment. Eigentum verpflichtet. Wer derart überschüttet wird aus dem Füllhorn des Staates, der verhält sich womöglich eine Spur verantwortungsbewusster gegenüber der Allgemeinheit, als der, der meint, ein schmaler monatlicher Betrag aus der Staatskasse stünde ihm ohnehin zu. Und das womöglich ein Leben lang. Das wäre doch mal ein Erfolg staatlicher Investitionspolitik in die eigene Gesellschaft.

Macht was draus!

Kommt schon, Gysi, Schwesig, Hofreiter, all ihr wackeren Frontkämpfer für eine bessere Gesellschaft, ihr Nivellierungs-Spezialisten und Dauer-Bedenkenträger, schnappt Euch den Vorschlag. Macht was draus. Dann wäre wenigstens nicht so viel Ruhe im Karton!


Axel Vornbäumen findet, ein unkonventioneller Vorschlag pro Legislaturperiode müsste schon drin sein. Man kann dem Autor auf Twitter folgen unter @avornbaeumen