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Endlager für Atommüll: Röttgen wirft Rot-Grün große Versäumnisse vor

Bundesumweltminister Norbert Röttgen wirft der rot-grünen Regierung Versäumnisse in der Atompolitik vor. Insbesondere kritisiert er die Unterbrechung der Suche nach einem geeigneten Endlager für Atommüll.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat SPD und Grünen wegen des von der früheren rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Moratoriums für die Erkundung des Salzstocks Gorleben Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. "Zehn Jahre Moratorium heißt nur: zehn Jahre Untätigkeit, zehn Jahre Feigheit, weil es den Politikern zu unbequem war, sich den Pflichten zu stellen", sagte Röttgen am Montag im ZDF. Gemäß einem Beschluss der schwarz-gelben Bundesregierung soll die Erkundung von Gorleben für ein Atommüll-Endlager in Kürze wieder aufgenommen werden.

Röttgen wies Vorwürfe zurück, die Bundesregierung nehme mit der Verlängerung von Akw-Laufzeiten zusätzlichen Atommüll in Kauf, ohne dass dafür ein Endlager zur Verfügung stehe. "Laufzeitverlängerung hin oder her, ob null oder fünf Jahre oder zehn Jahre, völlig egal, wir brauchen diesen Endlagerstandort", sagte der Minister. In anderem Zusammenhang bezeichnete er das Erkundungsverfahren für Gorleben allerdings in dem Interview als ergebnisoffen.

Aus Protest gegen die Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten und mit Blick auf den im November anstehenden neuen Castor-Transport nach Gorleben kamen Grünen-Bundesvorstand und -Fraktion am Montag zu einer Sitzung in Gorleben zusammen.

AFP / AFP