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Fall Motassadeq: Verteidiger legen Revision ein

Mounir El Motassadeq, Helfer der 9/11-Attentäter, wurde vom Oberlandesgericht Hamburg zu 15 Jahren Haft verurteilt - doch seine Verteidiger wollen nach wie vor einen Freispruch erreichen. Deswegen legten sie Revision ein. Sollte das nicht helfen, wollen sie möglicherweise den europäischen Gerichtshof anrufen.

Mounir El Motassadeqs Anwälte haben Revision eingelegt. Dies teilte eine Sprecherin des Hanseatischen Oberlandesgerichts (OLG) am Dienstag mit. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft haben die Verteidiger jedoch kaum Chancen. "Strafmaßrevisionen haben selten Erfolg. Da müssen schon grobe Fehler passiert sein", sagte Bundesanwalt Walter Hemberger.

Weil der Marokkaner Motassadeq durch den Bundesgerichtshof (BGH) bereits rechtskräftig schuldig gesprochen worden sei, könne der BGH allein die vom Hamburger OLG verhängte Strafhöhe auf Rechtsfehler überprüfen. Motassadeqs Verteidiger wollen aber einen Freispruch erreichen. Anwalt Jacob räumte daher ein, dass eine Revision "eigentlich wenig Sinn macht". Die Verteidigung wolle aber vor einem möglichen Gang an den Europäischen Gerichtshof alle Rechtsmittel ausschöpfen. Eine Revision könne man eventuell später zurückziehen.

Der BGH hatte den 32-jährigen Motassadeq im November als Helfer der Todespiloten des 11. September 2001 wegen Beihilfe zum Mord in 246 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilt. Das OLG, das damit eine neue Strafe festsetzen musste, hatte am Montagabend gegen den Helfer der Hamburger Terroristen die Höchststrafe von 15 Jahren Gefängnis verhängt.

DPA / DPA