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Flügelkämpfe in der bayerischen Linkspartei: Mendl und Wendl sollen es richten

Nach heftigen Personalquerelen sollen Eva Mendl und Michael Wendl die bayerische Linkspartei aus der Krise führen.

Nach heftigen Personalquerelen sollen Eva Mendl und Michael Wendl die bayerische Linkspartei aus der Krise führen. Das Führungsduo wurde am Samstag in Schweinfurt auf einem Sonderparteitag gewählt. Zugleich musste der bisherige Landeschef Franc Zega, der mit seiner Kritik am designierten Bundesvorsitzenden Klaus Ernst heftige Flügelkämpfe in der Partei ausgelöst hatte, bei dem Parteitag eine schwere Niederlage hinnehmen. Er ist künftig nicht mehr im Landesvorstand.

Die gebürtige Ost-Berlinern Mendl (55) erreichte bereits beim ersten Wahlgang mit 92 von 178 Stimmen ein Ergebnis von rund 52 Prozent. Mit 96 Stimmen wurde der Münchner Michael Wendl (59) knapp zum neuen Landessprecher gewählt. Wendls Gegenkandidat, der Mittelfranke Erkan Dinar, erhielt 82 Stimmen. Beide neuen Landesvorsitzenden sind Freunde des Schweinfurter Gewerkschafters Ernst.

Zegas Rücktritt war zu Jahresbeginn von 14 der 43 Kreisverbände verlangt worden. Zega hatte Ernst für unfähig erklärt. "Es fällt mir persönlich nur schwer, zu glauben, dass der Genosse Klaus Ernst unsere Partei, falls er zum Vorsitzenden gewählt wird, weiter nach vorne bringen wird", hatte Zega unter anderem an seine Parteifreunde geschrieben.

Vor der Wahl hatte der Chef der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, die bayerischen Genossen zu Geschlossenheit aufgerufen. "Ein Vorstand, der sich nur streitet, nutzt nichts", sagte er und forderte von den Delegierten, auch andere Meinungen zu respektieren. "Ich kann nicht nur A wählen, der mir sehr gut gefällt, ich muss auch B wählen, der andere Anschauungen hat, damit das Ganze funktioniert." Gysi gestand darüber hinaus ein, dass der Landesverband der Linkspartei noch nicht vereint sei.

DPA / DPA