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Kleine Personalkunde der Linkspartei: Das Prinzenpaar Lötzsch und Ernst

Lafontaine geht. Und wer bitte soll für ihn im Parteivorsitz nachrücken? Klaus - jetzt hab ich's gleich wieder: - Ernst und Gesine - ach ja! - Lötzsch. stern.de stellt das linke Prinzenpaar kurz vor.

Von S. Christ, L. Happel, L. Kinkel

Wo kommt die Frau her?

Dette is ne Bahlinarin, wa! Gesine Lötzsch, 1961 in Ost-Berlin geboren, dort aufgewachsen und Geblieben. Studium an der Humboldt-Uni, trat 1984 in die SED ein.

Absonderliche Hobbys?

Hat Silvester 2010 nicht wie 99 Prozent der Deutschen das vergangene Jahr anständig in Alkohol ertränkt und mit Schwarzpulver zum Teufel gejagt, sondern mit der Lichtenberger Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich Arbeiter und Angestellte besucht, die in der Nacht Dienst schieben mussten. Sehr ehrenvoll.

Familie oder nicht?

Ist mit dem 30 Jahre älteren Sprachwissenschaftler Ronald Lötzsch verheiratet. Der saß übrigens zu DDR-Zeiten drei Jahre wegen angeblichen "Staatsverrats" im Stasi-Knast Bautzen. Gemeinsam haben sie zwei Kinder.

Politische Vorstrafen/ politische Leistungen?

War von 2002 bis 2005 neben Petra Pau die einzige Abgeordnete der PDS im Bundestag. Grund: Ihre Partei verpasste zwar den Einzug ins Parlament, sie selbst holte aber in ihrem Wahlkreis in Berlin-Lichtenberg ein Direktmandat. Eher peinlich: Im Jahr 2005 ließ sie sich großflächig und Motorroller fahrend im Krankenschwesterkostüm plakatieren - weil sie Werbung für das gesundheitspolitische Konzept der "Gemeindeschwestern" machen wollte.

Marx gelesen und verstanden oder nicht?

Ist nun seit mehr als 25 Jahren in SED, PDS/SED, PDS und Linkspartei unterwegs. Galt aber nie als ideologische Hardlinerin.

Wie lief's mit der Karriere in der Linken?

Holte drei Mal hintereinander das Direktmandat in Berlin-Lichtenberg, was ihr Respekt eintrug. Andererseits: Berlin-Lichtenberg gilt als Hochburg der ehemaligen Stasi-Leute, zu denen Lötzsch einen freundlichen Kontakt pflegt. Ist seit nunmehr 16 Jahren Bezirksvorsitzende ihrer Partei, also ein linkes Urgestein. Die Berufung in den Parteivorsitz würde sie, sollte sie im Mai gewählt werden, in eine neue politische Dimension katapultieren.

Was sagen die lieben Parteifreunde?

Genießt hohes Ansehen, weil sie sich als Haushaltspolitikerin inhaltlich profiliert hat und sich in den Grabenkämpfen der vergangenen Monate zurück hielt.

Ideen für die Zukunft der Linken?

Hat sich bisher nicht gerade als Visionärin hervor getan. Von ihr erwartet man wohl vor allem eines: dass sie zwischen den Parteiflügeln vermittelt. Moderation und Ausgleich ist ihre Stärke.

Kann die's?

Tja. Lötzsch ist eine gute Vermittlerin, sie gilt als fleißig, beharrlich, pragmatisch. Aber kann sie sich auch durchsetzen? Und wenn ja: Was will sie durchsetzen? Als rhetorisches Naturtalent ist sie bislang auch nicht aufgefallen. Aber das ist der Noch-Vorsitzende und Bald-Vorgänger Lothar Bisky auch nicht. Biskys Rolle war so etwas wie die des Liberos der Linken: Wenn sich Lafontaine zu weit nach vorne gewagt hatte, stand Bisky als letzter Mann vor dem Torwart und rettete. Das passt sehr gut zu Lötzschs Qualifikationsprofil.

Schärfstes Zitat?

Sie prägte den Begriff, der jetzt für die FDP in aller Munde ist: "Mövenpick-Partei".

Wo kommt der Mann her?

Männlich, ledig, konfessionslos - und, das fand selbst Gregor Gysi einigermaßen bizarr für die Verhältnisse der Linkspartei - bayerisch! Vor seiner politischen Laufbahn war Klaus Ernst zehn Jahre lang Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Schweinfurt.

Absonderliche Hobbys?

Für einen linken Linken schon: Ernst trägt immer tiptop Anzüge und Krawatte, er fährt gern Ski und besitzt ein Haus.

Familie oder nicht?

Ernst kritisiert zwar hin und wieder die Familienpolitik der Bundesregierung, kann aber als kinderloser Junggeselle nicht aus eigener Erfahrung sprechen.

Politische Vorstrafen/politische Leistungen?

Es ist nicht so einfach, aus der SPD geschmissen zu werden - Klaus Ernst hat es geschafft. Aus Unmut über Schröders Agenda-Politik gründete er die "Initiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit", die sich später mit einer weiteren Gruppe zur "Wahlalternative soziale Gerechtigkeit" (WASG) vereinigte. 2007 schloss sich die WASG dann mit der Linkspartei, vormals PDS, zusammen, und Ernst wurde stellvertretender Vorsitzender.

Marx gelesen und verstanden oder nicht?

Der Marxismus sei ihm "als Denkschule oder wirtschaftspolitische Theorie" nicht fremd, sagte Ernst jüngst in einem Interview. Das klingt: ziemlich distanziert.

Wie lief's mit der Karriere in der Linken?

In seinem bayerischen Landesverband fliegen zwar regelmäßig die Fetzen, Ernst eroberte sich dennoch einen Platz in dem mächtigen informelle Gremium, das die Geschicke der Partei in den vergangenen Jahren lenkte: die Sechser-Runde mit Lothar Bisky, Ulrich Maurer, Gregor Gysi, Dietmar Bartsch - und eben Klaus Ernst. Weil er eine spitze Zunge hat, war Ernst auch oft Außenminister der Partei in TV-Talkshows. Er gilt als Vertrauter Lafontaines.

Was sagen die lieben Parteifreunde?

Eine gern erzählte Anekdote besagt, dass Ernst bei einem Besuch in der Berliner Parteizentrale vor einigen Jahren die attraktive, blonde Linken-Politikerin Dagmar Enkelmann für eine Sekretärin hielt - weil: Was soll eine attraktive, blonde Frau schon anderes sein. Kurzum: Ernst hat den Ruf eines Hardcore-Macho, und es macht die Lage nicht einfacher, dass er solche Vorwürfe für ein Kompliment hält. Auch seine polterige Art und sein schneidender Spott sind nicht jedermanns Art. Vor allem die ostdeutschen Landesverbände nehmen ihm übel, dass er sich bei dem Konflikt um Dietmar Bartsch so eindeutig auf Seiten Oskar Lafontaines positioniert hat.

Ideen für die Zukunft der Linken?

Ernst will das tun, was Lafontaine predigt: Position halten, nicht wackeln. Weg mit Hartz IV, Mindestlöhne jetzt, raus aus Afghanistan etc. Heißt: Es geht ihm nicht ums Regieren, sondern ums Randalieren, verbal natürlich nur.

Kann der's?

Ernst ist ein blendender Rethoriker, humorvoll, sogar selbstironisch. Ansonsten hat er sich mit seiner Art (siehe oben) viele Feinde gemacht. Nun muss der "bajuwarische Volkstribun", wie er mitunter genannt wird, die in sich vielfach fraktionierte Partei zusammenführen und einen. Vom Typ her ist er für diese Aufgabe nicht eben geschaffen. Also wird es vermutlich auf eine Rollenverteilung hinauslaufen: Lötzsch vermittelt, Ernst attackiert.

Schärfstes Zitat?

"Bevor Bartsch in die SPD geht, gewinnt Sigmar Gabriel einen Hundertmeterlauf."

Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.