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Folgen der Fußballfan-Randale Friedrich droht mit Stehplatz-Verbot


Pläne gegen die zunehmende Gewalt in Stadien fordert Innenminister Friedrich von den Fußballclubs noch vor Ende der Sommerpause. Andernfalls könnte die Zeit der Stehplätze zu Ende gehen - die Polizei spricht sich jetzt schon dafür aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat unter den Eindrücken der letzten Gewaltorgien in Fußballstadien den Druck auf die Vereine erhöht: "Wenn die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen, müssen - auch auf Kosten der Vereine - Nachbesserungen vorgenommen werden", sagte er am Mittwoch. Er forderte von den 56 Klubs der ersten drei Ligen noch vor Ende der Sommerpause ein Handlungskonzept.

Sämtliche Fan-Privilegien sollen auf den Prüfstand, darunter auch die Stehplätze: "Als Fußballfan hoffe ich, dass es nicht so kommt, dass es in Deutschland wie in anderen Ländern bald nur noch Sitzplätze in den Stadien gibt", sagte der CSU-Politiker. An die Adresse der Fußball-Anhänger sagte er, entscheidend sei bei allem: "Die Fans haben es selber in der Hand!"

Polizeigewerkschaft will Stehplätze sofort abschaffen

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, forderte bereits jetzt hohe Strafzahlungen für Vereine und ein Ende für die Stehplätze in deutschen Stadien. "Die Stehplätze gehören abgeschafft, die Zäune erhöht und bei jeder Ausschreitung sollten für den Verein 100.000 Euro fällig werden", sagte Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

In einigen anderen nationalen Ligen, etwa der englischen Premier League, sind Stehplätze aus Sicherheitsgründen seit Längerem verboten. Das gilt auch bei internationalen Wettbewerben wie der Champions League oder Länderspielen.

Thema bei der Innenministerkonferenz

Die Innenminister von Bund und Ländern beraten derzeit bei ihrer Frühjahrskonferenz in Göhren-Lebbin in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem auch über das Thema Gewalt im Fußball. Bei Spielen der Fußball-Bundesliga hatte es zuletzt mehrfach Zwischenfälle gegeben. So kam es nach Partien zu Krawallen, in Stadien wurden Spiele durch Rauchbomben und Leuchtkörperwürfe gestört. Beim Relegationsspiel zwischen Hertha BSC Berlin und Fortuna Düsseldorf waren Hunderte Fans vor Abpfiff auf den Platz gestürmt.

fw/AFP AFP

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