Frank-Jürgen Weise "Was wirkt, wird gemacht"


Von Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit wird Frank-Jürgen Weise für seinen kooperativen Führungsstil geschätzt. Der designierte Nachfolger und Freund von Florian Gerster will den rigiden Reformkurs aber fortsetzen.

Sein neuer Job als Chef der Bundesagentur für Arbeit ist Frank-Jürgen Weise schon vertraut: Der 52-Jährige ist seit dem Rausschmiss von Florian Gerster Ende Januar kommissarischer Vorstandsvorsitzender. Außerdem fungierte er fast zwei Jahre lang als Finanzvorstand und gleichzeitig als stellvertretender Chef der Behörde. In seinem neuen Amt will Weise "dafür sorgen, dass die Bundesagentur ihre Kernaufgaben - beraten, vermitteln, Leistung - gut macht", wie er am Freitag nach dem Votum des Verwaltungsrats für ihn sagte.

Der Vorstandsjob ist für Weise eine weitere Etappe in einer langen Managerkarriere: Bevor ihn Gerster im Mai 2002 in die Nürnberger Mammutbehörde holte, leitete er zwei Jahre lang das von ihm 1997 mitgegründete Software-Unternehmen Microlog Logistics. Die Mitarbeiterzahl wuchs mit der Zeit auf 1.600 an, und Weise brachte die Frankfurter Firma schließlich an die Börse. Weitere Führungsposten hatte Weise zuvor beim Automobilzulieferer FAG Kugelfischer in Schweinfurt und auch beim Braunschweiger Hüttenwerk besetzt.

Offizier und Fallschirmjäger

Seine Karriere startete Weise 1972 bei der Bundeswehr, wo er sich zum Offizier und Fallschirmjäger ausbilden ließ. Später studierte er bei der Truppe Wirtschaft und absolvierte die Controller-Akademie.

Aus Bundeswehrzeiten kennt Weise auch seinen Amtsvorgänger Gerster, mit dem er seit einer Reserveübung befreundet ist. Der Kontakt zwischen den beiden Männern ist eng, daran wird sich für Weise auch nach der Ablösung des Freundes an der BA-Spitze nichts ändern. Als persönlichen Freund habe er Gerster telefonisch gefragt, "ob er mir rät, den Job anzunehmen", sagte Weise.

Sein kooperativer Führungsstil wird geschätzt

Vor seinem Amtsantritt bekam Weise am Freitag viel Lob von allen Seiten. Bundeskanzler Gerhard Schröder lobte das CDU-Mitglied als eine der tüchtigsten Personen, die man dafür gewinnen könne. Mitarbeiter der Behörde und auch die Mitglieder des Verwaltungsrats schätzen den kooperativen Führungsstil des 52-Jährigen.

Doch für Konfliktstoff ist gesorgt: Weise will Gersters Reformkurs fortsetzen und vertritt bei vielen Themen ähnliche Positionen. Als gelernter Controller ist Weise ein unnachgiebiger Anhänger von Kostenrechnung, Effizienz und schlankem Management. Sein Credo lautet: "Was wirkt, wird gemacht, was nicht wirkt, wird nicht gemacht."

Weise wurde am 8. Oktober 1951 in Radebeul bei Dresden geboren. Seine Frau Ingeborg ist Lehrerin. Die beiden haben zwei Kinder.

Irene Preisinger DPA

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