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Kleiderordnung: BA-Chef Weise verbietet Burkas und "liederliche Kleidung"

Die Union will es, in der Bundesagentur für Arbeit gilt es: Frank-Jürgen Weise lehnt Burkas in seiner Behörde ab. Auch "liederliche Kleidung" will er an seinen Beamten nicht sehen.

Frank-Jürgen Weise

BA-Chef Frank-Jürgen Weise

"Keine Ordnung, Sorgfalt aufweisend; nachlässig; unordentlich." So beschreibt der Duden das Wort liederlich. Und der Vorstandschefs der Bundesagentur für Arbeit (BA), , seine Vorstellung davon, wie die etwa 96.300 Mitarbeiter seiner Behörde ganz und gar nicht aussehen sollten.

In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" äußerte sich Weise zu den Kleidervorschriften in seinem Haus. "Was hier nicht toleriert würde: eine Mitarbeiterin mit Burka", sagte der 64-Jährige und greift damit die Debatte um ein Burka-Verbot auf. Ebenfalls würden Menschen mit "liederlicher Kleidung" nicht akzeptiert werden. "Das ergibt sich aus unserem Auftrag, der Kontakt mit den Kunden vorsieht."

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Kopftücher erlaubt

Kopftücher seien laut Weise wiederum erlaubt. "Wenn sich das Tragen eines Kopftuchs nicht in einem Verhalten niederschlägt, das unseren Werten widerspricht, dann ist das als Kleidungsstück in Ordnung. Dann habe ich kein Problem damit. Bei uns in der Bundesagentur arbeiten auch Frauen mit Kopftuch", erklärte Weise, der derzeit auch dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vorsteht.

Mit seinen Äußerungen macht Weise deutlich, dass in seiner Behörde zumindest für Mitarbeiter bereits ein Burka-Verbot gilt, obwohl es dazu noch keine entsprechenden Gesetzesvorlagen gibt. Seit Wochen tobt eine Debatte darum, ob die muslimische Frauenbekleidung mit Vorschriften untersagt werden soll.

Die Unions-Innenminister wollen ein teilweises Burka-Verbot. Verboten werden soll die Vollverschleierung etwa am Steuer, bei Behördengängen, in Schulen und Universitäten, im öffentlichen Dienst und vor Gericht. Die SPD kritisiert die Unionspläne als "Scheindebatte".

Käßmann findet Burka-Debatte hysterisch

Auch Margot Käßmann äußerte sich in der "Bild am Sonntag" zu einem möglichen Burka-Verbot. Für die frühere EKD-Ratsvorsitzende grenzt die Debatte an Hysterie. Als Reaktion auf einen Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", in dem es hieß, die Vollverschleierung würde das Fundament unserer Kultur bedrohen, schreibt Käßmann: "Keine Frau mit hat in Europa einen Anschlag verübt." Sie führt aus, dass in Deutschland ohnehin nur geschätzt 800 Frauen dieses "frauenverachtende Teil" tragen würden. "Das sind 0,001 Prozent der Bevölkerung. Sie sollen unsere ganze Kultur bedrohen?"

mai