Greenpeace-Studie Regierung verfehlt eigene Klimaziele


Die Klimaziele der Bundesregierung sind ehrgeizig und sollen bald auf der Kabinettsklausur beschlossen werden. Doch offenbar reichen sie nicht aus: Einer Studie im Auftrag von Greenpeace zufolge, werde deutlich weniger Kohlendioxid eingespart als angepeilt.

Die Pläne der Bundesregierung für den Klimaschutz reichen einer Studie zufolge nicht aus, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen. Von entsprechenden Berechnungen des Nürnberger Ecofys-Instituts im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das Institut habe für jedes einzelne Vorhaben der Bundesregierung überschlagen, wie viel Treibhausgase sich maximal damit einsparen ließen. Demnach würde Deutschland selbst im Idealfall nicht genügend Kohlendioxid einsparen, um sein Klimaziel für 2020 zu erreichen.

Die Bundesrepublik will sich verpflichten, 40 Prozent weniger Treibhausgase zu emittieren, sofern andere Länder mitziehen. Dazu müsste sie jährlich 260 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger ausstoßen als derzeit. Nach der Studie des Ecofys-Instituts käme Deutschland aber maximal auf ein Minus von 215 Millionen Tonnen.

Das Kabinett will bei seiner Klausur auf Schloss Meseberg bei Berlin unter anderem ein umfassendes Klimaschutz- und Energieprogramm auf den Weg bringen. Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid beurteilt dieses Paket laut dem Zeitungsbericht als zu lasch: "Das Eckpunktepapier ist ein Anfang, aber nicht ausreichend." Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums wies die Kritik in dem Blatt zurück: "Bevor die professionellen Erbsenzähler erzählen, was alles nicht in dem Pakt steht, kann ich nur raten, einmal zu lesen, was alles drinsteht." In dieser Tiefe habe es Klimapolitik noch nie gegeben, sagte der Sprecher.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker