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Missglücktes Video: Grünen-Chef Habeck will nach "Thüringen-Eklat" Profile bei Twitter und Facebook löschen

In einem Video zu Thüringen hat sich Grünen-Politiker Robert Habeck sehr unglücklich geäußert. Der Tweet dazu wurde anschließend gelöscht. Es war nicht der erste Fauxpas des Grünen-Chefs in den sozialen Medien. Nun zieht er radikale Konsequenzen.

Der Grünen-Chef Robert Habeck hat sich eine Entgleisung auf Twitter geleistet

Der Grünen-Chef Robert Habeck hat sich eine Entgleisung auf Twitter geleistet

DPA

Dass Grünen-Chef Robert Habeck sich in den thüringischen Wahlkampf einmischt, ist nichts Ungewöhnliches. Dass er in einem auf Twitter veröffentlichten Video sagt, dass die Grünen "versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird", ist dagegen sehr ungewöhnlich. Seine Aussagen zum ostdeutschen Bundesland sorgten für Irritationen – zumal die Grünen in Thüringen bereits mit in der Regierung sind. Seine Worte haben ihm einen riesigen Shitstorm in den sozialen Medien beschert. Vor der bayerischen Landtagswahl im Oktober 2018 hatte Habeck schon einmal für Furore im Netz gesorgt. Damals hatte er gefordert, die CSU-Alleinherrschaft zu beenden, damit man sagen könne: "Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern".

"Wie dumm muss man sein, einen Fehler zweimal zu begehen?

Wegen des mittlerweile gelöschten Twittervideos zu Thüringen zieht Habeck nun radikale Konsequenzen: Er will sein Profile bei Twitter und Facebook löschen. Sowohl auf Twitter als auch auf Facebook hat Habeck knapp 50.000 Follower. Reumütig präsentierte sich Robert Habeck in einem ausführlichen Statement, dass er auf seiner Homepage und auf seiner Facebookseite veröffentlichte. Selbstkritisch beginnt er seinen Text mit: "Ein Jahresanfang, der in digitaler Hinsicht doppelt daneben war: Erst der Angriff auf die privatesten Daten meiner Familien, die via Twitter veröffentlicht wurden. Dann noch einmal über Twitter ein Fehler meinerseits – und zwar der gleiche zum zweiten Mal: Wie dumm muss man sein, einen Fehler zweimal zu begehen?" Diese Frage habe ihn die "ganze letzte Nacht" nicht losgelassen. Anschließend versucht er, sein Video-Eklat zu Thüringen zu rechtfertigen. Er habe das Wort "wird" benutzt. Eigentlich habe er aber "bleibt" sagen wollen. Ein "echter Fehler", wie er selbst schreibt.

Robert Habeck zu Facebook und Twitter: "Ich werde beide abschalten"

Twitter, so der Grünen-Chef weiter, sei "wie kein anderes digitales Medium so aggressiv", in keinem anderem Medium finde sich so viel "Hass, Böswilligkeit und Hetze". Er selbst sei dagegen nicht immun gewesen. Sein Fehlverhalten müsse Konsequenzen haben. Daher zieht er nun die Reißleine: Er habe sich entschlossen, seinen Twitteraccount zu löschen. Doch das ist noch nicht alles: Habeck wird sich, wie es aktuell aussieht, komplett aus den sozialen Medien verabschieden. Bei dem vergangene Woche bekanntgewordenen Bundestag-Hack sollen mehrere private Facebook-Gespräche zwischen ihm und seiner Familie abgegriffen und im Netz veröffentlicht worden sein. Das sei für ihn nun auch der Grund, Facebook abzuschalten. Für den Chef einer so großen Partei kein unerheblicher Schritt. Er selbst räumt am Ende seines Statements ein, dass dieser Schritt ein "politischer Fehler" sein könne, weil er sich damit seiner Reichweite und der "direkten Kommunikation mit ziemlich vielen Menschen" beraube.

Quellen: Facebookseite von Robert Habeck / DPA / Twitteraccount von Robert HabeckTwitteraccount von B'90/GRÜNE Thüringen