Heidemarie Wieczorek-Zeul Links, resolut, hilfsbereit


Die "rote Heidi" gilt in der SPD als eine der profiliertesten und einflussreichsten Linken. Unter der Regierung Schröder war sie Entwicklungsministerin. Die 62-jährige ist nicht gerade eine von den Politikern, die durch übermäßige Fernsehpräsenz auffallen.

Sie ist die Gallionsfigur der Parteilinken. Als Entwicklungsministerin war sie die kompletten sieben Amtsjahr in Schröders Kabinett. Bundesweit bekannt wurde sie als Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, die sie von 1974 bis 1977 führte. Später war sie an der Spitze des kämpferischen SPD-Bezir Hessen-Süd.

Bevor sie hauptberuflich in der Politik tätig war, unterrichtete die "rote Heidi" die Fächer Geschichte und Englisch an Haupt- und Realschulen. 1942 als Tochter eines Lebensmittelhändlers in Frankfurt-Seckbach geboren, trat sie 1965 der SPD bei. Neun Jahre später wurde sie zur Juso-Bundesvorsitzenden gewählt und 1976 in diesem Amt bestätigt. Im März 1977 trat sie altersbedingt ab und kehrte an eine Rüsselsheimer Schule zurück - allerdings nur für wenige Monate. Dann koordinierte sie die Arbeit von europäischen Jugendverbänden.

Im Juli 1979 wurde die resolute SPD-Politikerin ins Europäische Parlament gewählt, dem sie dann acht Jahre lang angehörte. Quasi nebenbei war sie noch Mitglied im Parteivorstand und seit 1986 auch im Präsidium der SPD. Im Jahr danach, am 25.Januar 1987, kam sie über die hessische Landesliste ins Bonner Parlament.

Ihr liegt das linke Profil der SPD am Herzen

Im Bundestag wie in der Partei gilt sie als engagierte Streiterin für ein linkes Profil der SPD. Seit dem Bundesparteitag vom 18. November 1993 ist sie stellvertretende SPD-Chefin. In der Öffentlichkeit tritt sie eher selten in dieser Funktion auf, nachdem Kanzler Gerhard Schröder sie 1998 als Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit ins Bundeskabinett holte. Als erstes Mitglied einer Bundesregierung reiste Wieczorek-Zeul 2000 ins sozialistische Kuba. Auf europäischer Ebene war sie eine der treibenden Kräfte beim Beschluss der EU-Entwicklungsminister, den Anteil der staatlichen Entwicklungshilfe am Bruttoinlandsprodukt bis 2015 auf 0,7 Prozent zu erhöhen. Davon ist Deutschland mit einem Anteil von 0,28 Prozent im vorigen Jahr aber noch weit entfernt.

Als eine Art Mutter Courage der Rechtlosen setzte sie sich wiederholt gegen Rüstungsexporte und für eine Entschuldung der ärmsten Staaten dieser Erde ein. Sie entwickelte als Mitglied des Bundessicherheitsrats und in ständiger fachlicher Auseinandersetzung vor allem mit dem Auswärtigen Amt ihr Ressort zu einem politischen Schwergewicht.

AP AP

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