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Reaktionen auf Tod von Helmut Schmidt "Wir sind stolz darauf, dass er einer von uns war"


Ein "großer Patriot", ein "Freund, der Europa fehlen wird" oder einfach nur "Schmidt Schnauze": Nach dem Tod von Helmut Schmidt würdigen Politiker aus Deutschland und der Welt, aber auch normale Bürger den Altkanzler.

Er war Minister, Bundeskanzler und Bestseller-Autor und wurde schon zu Lebzeiten zur Legende: Helmut Schmidt ist wenige Wochen vor seinem 97. Geburtstag in seiner Heimatstadt Hamburg gestorben. Sein Tod löste parteiübergreifend und auch im Ausland Betroffenheit aus. Auf Twitter nahmen zudem viele Bürger Abschied von "Schmidt Schnauze".

Bundespräsident Joachim Gauck: "Wir trauern um einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit. In seinen öffentlichen Ämtern, ganz besonders als Bundeskanzler, hat Helmut Schmidt Großes geleistet. Sein entschlossenes Handeln in schwierigsten Situationen, seine Fähigkeit, das Machbare zu erkennen und zu gestalten, aber auch seine Kompromissfähigkeit, sein Eintreten für die Verteidigungsbereitschaft der freien Staaten Europas in Zeiten der Bedrohung - das alles steht mir und vielen Menschen in unserem Land in diesen Stunden der Trauer vor Augen. (...) Helmut Schmidt wird uns allen als ein Mensch in Erinnerung bleiben, der in seltener Einheit ein Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes war. Er hat sich um unser Land verdient gemacht."

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) als "politische Institution der Bundesrepublik" bezeichnet. Deutschland verdanke ihm viel, sagte sie am Dienstagabend in Berlin. Schmidts Standfestigkeit habe der Republik geholfen, die "schwere Prüfung" des Terrors der 1970er Jahre zu bestehen. Merkel erinnerte an Schmidts Einsatz für den Nato-Doppelbeschluss und das europäische Währungssystem. "Ich stehe hier in tiefem Respekt vor den Leistungen Helmut Schmidts", sagte die Kanzlerin und wünschte Schmidts Lebensgefährtin und seiner Tochter Trost in der Erinnerung an sein "langes und gut gelebtes Leben". Merkel betonte: "Er war auch für mich eine Instanz, dessen Rat und Urteil mir etwas bedeuteten." Vor der Unionsfraktion hatte sie früher am Nachmittag gesagt, sie habe den Namen Helmut Schmidt erstmals gehört, als sie Radioberichte über die Sturmflut 1962 verfolgte, weil sie und ihre Familie sich um Verwandte und Bekannte in Hamburg sorgten. Schmidt hatte sich als Senator bei der Flutbewältigung einen Namen gemacht.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel: "Ein wirklich großer Patriot, ein großer Europäer und ein großer Sozialdemokrat ist gestorben." Die Sozialdemokratie trauere um einen Menschen, der weit über die SPD hinaus als jemand im Gedächtnis bleibe, der mit Zuversicht, Realismus und Tatkraft "unser Land gestaltet hat". Schmidts Herzensthema sei der Zusammenhalt Europas gewesen: "Ich glaube, dass sein Vermächtnis Europa ist." Gabriel erinnerte an Schmidts letzte große Rede bei einem SPD-Bundesparteitag 2011. Schmidt habe damals gemahnt, dass es nichts Wichtigeres als die Freundschaft zu Frankreich gebe. Und: "Dass Deutschland seine Führungsrolle nicht überfordern darf, und dass wir eine Verantwortung haben, Europa zusammenzuhalten."

Frankreichs Präsident François Hollande: "Ein großer Europäer ist tot." Schmidt habe als Bundeskanzler Entscheidungen vorbereitet, die anschließend von seinem Nachfolger Helmut Kohl (CDU) und dem französischen Präsidenten François Mitterrand umgesetzt worden seien. Hollande bezeichnete Schmidt als "großen Staatsmann", der dafür plädiert habe, "der Marktwirtschaft eine soziale Dimension" zu geben.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: "Er war ein Freund, der mir, ebenso wie Europa, fehlen wird. Denn mit ihm verlieren wir einen besonderen Menschen, dessen politischer Mut viele bewegt hat.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD): "Er war ein herausragender Kanzler, sein Tod markiert eine Zäsur für Deutschland und Europa. Schmidts intellektuelle Brillanz, analytische Schärfe, Geradlinigkeit und Prinzipientreue bleiben unvergleichlich."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): "Wir Deutschen haben eine Vaterfigur verloren. Wir trauern um einen deutschen Demokraten, einen europäischen Wegbereiter und einen globalen Geist. Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann, bis zur letzten Zigarette."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): "Deutschland hat einen Großen verloren. Als Bürgermeister von Hamburg, als Finanzminister und als Bundeskanzler, Helmut Schmidt wusste, worauf es ankam. Er hat Politik kraftvoll gestaltet - gerade in Krisenzeiten."

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD): "Helmut Schmidt vertrat stets die Auffassung, dass die alte Stadtrepublik Hamburg immer eine Stimme der Aufklärung, der Vernunft und des Fortschritts sein müsse. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt trauern um einen Mann, dem sie vertraut haben."

CSU-Chef Horst Seehofer: "Ich verneige mich vor der Lebensleistung von Helmut Schmidt, einem Hanseaten, der Bayern in Sympathie verbunden war."

Grünen-Chefs Simone Peter und Cem Özdemir: "Wir trauern um Helmut Schmidt. Seinen Scharfsinn, seine Freude an politischer Auseinandersetzung und seinen Pragmatismus werden wir vermissen."

FDP-Chef Christian Lindner: "Helmut Schmidt war die Verkörperung pragmatischer Staatskunst und klarer Verantwortungsethik. "Leitender Angestellter der Republik" - diese nüchterne Tätigkeitsbeschreibung von Helmut Schmidt zeigt, was er verkörperte und was dem Land fehlt: Managementqualität, Gestaltungs- und Führungswille. Schmidt wurde durch Krisen groß, die er klein machte. Heute wird Politik oft klein, weil sie Krisen groß macht."

CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder: "Wir verneigen uns vor einem großen Staatsmann. Helmut Schmidt war der letzte Bundeskanzler, der den Zweiten Weltkrieg als Soldat miterlebt hat. Diese Erfahrung war für ihn die Motivation, unserem Land zu dienen. Als Kanzler führte er Deutschland durch schwere Jahre, die von Wirtschaftskrisen, Terrorismus und Aufrüstung der Sowjetunion geprägt waren. Helmut Schmidt hat sich um Deutschland verdient gemacht."

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann: "Ich verneige mich vor der Lebensleistung von HelmutSchmidt. Er war überzeugter Sozialdemokrat und großer Europäer. Er wird uns fehlen."

Linken-Fraktionschefs Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch: "Nicht mit allen Entscheidungen waren wir einverstanden. Doch wir haben an Helmut Schmidt über Parteigrenzen hinweg geschätzt, dass er von ihm als richtig erkannte politische Projekte auch gegen innerparteiliche und gesellschaftliche Widerstände immer mit beeindruckendem persönlichen Einsatz und großer Beharrlichkeit vorangetrieben hat."

SPD-Parteivize Ralf Stegner: "Helmut Schmidt, streitbarer Politiker, Hanseat, Krisenmanager, herausragender Sozialdemokrat Ehrenbürger Schleswig-Holstein, Weltbürger ist tot."   

CDU-Generalsekretär Peter Tauber: "Ich danke Helmut Schmidt für seinen Dienst an unserem Land - persönlich und im Namen der CDU."

Weitere Reaktionen zu Schmidts Tod auf Twitter: 

mad DPA Reuters

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